Gericht verkündet Urteil im Sal. Oppenheim-Prozess

Im Strafprozess gegen die frühere Führung von Sal. Oppenheim warten vier Ex-Chefs der Bank auf ihr Urteil. Das Kölner Landgericht verkündet an diesem Donnerstagvormittag nach mehr als zwei Jahren Verhandlung seine Entscheidung.

In dem spektakulären Prozess um den Niedergang der einst größten europäischen Privatbank wird dem damaligen Führungsquartett Untreue in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert für alle vier eine Gefängnisstrafe. 

Angeklagt sind die einst persönlich haftenden Gesellschafter der Bank: Matthias Graf von Krockow (66), Christopher von Oppenheim (49), Friedrich Carl Janssen (71) und Dieter Pfundt (62). Ihr damals enger Immobilien-Geschäftspartner Josef Esch (58) muss sich lediglich wegen Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz verantworten. 

In dem Strafverfahren geht es um ein Immobiliengeschäft in Frankfurt und Kredite an den damals schon angeschlagenen und inzwischen pleitegegangenen Arcandor-Konzern. Die von den Angeklagten zu verantwortenden Transaktionen sollen hohe Millionenschäden für die Bank verursacht haben. Sal. Oppenheim war in der Finanzkrise 2008 als Arcandor-Großaktionär an den Rand des Ruins geraten und gehört seit Anfang 2010 stark verkleinert zur Deutschen Bank.

Von Krockow und von Oppenheim haben Geständnisse abgelegt. Beide bestreiten allerdings, dass es um einen besonders schweren Fall von Untreue geht. Sie hatten Reue und Bedauern geäußert und in einem der größten Wirtschaftsprozesse um Milde gebeten. Janssen und Pfundt hatten die Vorwürfe dagegen stets zurückgewiesen. Im Verfahren stellten sie sich als Randfiguren dar.

Vor einigen Monaten hatte das Gericht einen Zwischenstand mitgeteilt und betont, dass es die Ex-Banker nach vorläufiger Bewertung für schuldig hält. Sie hätten dem Geldhaus einen «Schaden im hohen zweistelligen, wenn nicht dreistelligen Millionenbereich» zugefügt - allerdings nicht, um sich zu bereichern.