Sal. Oppenheim-Prozess: Angeklagte richten Schlussworte an Gericht

Im Sal. Oppenheim-Strafprozess haben sich eine Woche vor dem Urteil drei der vier angeklagten Ex-Bankenchefs mit persönlichen Schlussworten an das Gericht gewandt. 

Matthias Graf von Krockow, der in dem mehr als zweijährigen Verfahren ein Geständnis abgelegt hatte, betonte am Donnerstag, er werde auch im Falle einer Verurteilung die Verantwortung übernehmen.

Friedrich Carl Janssen (71) und Dieter Pfundt (62) - beide hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen - nutzen die «letzten Worte», um ihr Handeln zu verteidigen. Den vier früheren Top-Bankern wird Untreue in einem besonders schweren Fall vorgeworfen.

Ihr einst enger Immobilien-Geschäftspartner Josef Esch muss sich nur noch wegen Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz verantworten. Ein Teil des Verfahrens gegen ihn war - gegen Zahlung einer Geldauflage von sechs Millionen Euro - eingestellt, der Vorwurf der Beihilfe zur Untreue fallengelassen worden.

Das Kölner Landgericht will sein Urteil am 9. Juli verkünden. Im Fokus stehen ein Immobiliengeschäft in Frankfurt und Kredite an den damals schon angeschlagenen und inzwischen pleitegegangenen Arcandor-Konzern. Sal. Oppenheim war 2008 in der Finanzkrise als Arcandor-Großaktionär an den Rand des Ruins geraten. Das Geldhaus gehört heute stark verkleinert zur Deutschen Bank.