Kollektives Aufatmen beim BVB nach Sieg über Hoffenheim

Trainer Jürgen Klopp warf Kusshände ins Publikum, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke schloss seinen Tribünennachbarn sichtlich bewegt in die Arme. Nach dem 1:0 (1:0) über 1899 Hoffenheim entlud sich in Dortmund die Anspannung.

Kollektives Aufatmen beim BVB nach Sieg über Hoffenheim
Jonas Güttler Kollektives Aufatmen beim BVB nach Sieg über Hoffenheim

Der Sprung des Revierclubs vom letzten Tabellenplatz verschaffte kollektive Erleichterung. Vor allem Ilkay Gündogan hatte allen Grund zur Freude. Mit leuchtenden Augen genoss der Schütze des Siegtreffers (17. Minute) die brodelnde Atmosphäre: «Wir haben als gesamter Verein eines unserer besten Gesichter gezeigt: das Team auf dem Platz, die Fans auf den Tribünen.»

Erstmals seit seinem Comeback nach über einjähriger Zwangspause schien Gündogan wieder fast der alte. Bei seiner Auswechslung in der Nachspielzeit erhoben sich alle Zuschauer von ihren Plätzen und feierten einen der Besten mit Ovationen. «Es war toll, nach solch langer Zeit mal wieder die Anerkennung von den Rängen zu bekommen und die ersten drei Punkte nach meiner Rückkehr einzufahren», kommentierte der Mittelfeldspieler.

Dass die Borussia zumindest in der ersten Halbzeit mehr Ergebnis- als Erlebnisfußball zeigte, konnten alle Beteiligten locker verschmerzen. Die emotionale Kabinenansprache von Routinier Sebastian Kehl wenige Minuten vor der Partie zeigte Wirkung. So kompromisslos hat man die BVB-Profis in den Zweikämpfen lange nicht gesehen. Dieser Paradigenwechsel war für Kehl der Schlüssel zum Erfolg: «Wir haben erkannt, dass wir mit rein spielerischen Mitteln nicht zum Erfolg kommen. Dafür haben wir in den letzten Wochen die Quittung bekommen. Die kleine Korrektur war notwendig.»

Der Mut von Klopp, neben Stammkeeper Roman Weidenfeller auch auf die drei weiteren Weltmeister Matthias Ginter, Erik Durm und Kevin Großkreutz in der Startformation zu verzichten, machte sich bezahlt. Mit dem Sieg kletterte der BVB zumindest für wenige Stunden auf Rang 14. Bei aller Freude über den Befreiungsschlag war der Dortmunder Coach weit davon entfernt, Entwarnung zu geben: «14 Punkte sind dramatisch besser als die 11 vorher, reichen aber nicht aus. Es ist nichts passiert - weiter geht es.»