Kombinations-Gold: Maze stiehlt Vonn erneut die Show

Tina Maze stiehlt US-Star Lindsey Vonn bei deren Heim-WM weiter die Show und hat drei Tage nach ihrem Abfahrtserfolg auch Gold in der Alpinen Kombination gewonnen.

Die slowenische Skirennfahrerin siegte in den Rocky Mountains knapp vor den Österreicherinnen Nicole Hosp und Michaela Kirchgasser - und schlug noch im Zielraum vor Freude ein Rad. Die enttäuschte Vonn schied im zweiten Kombinations-Teil, dem Slalom, dagegen aus, was bei ihren Fans auf der Tribüne für ein kollektives Stöhnen sorgte. Noch vor der Gold-Entscheidung machten sich viele Zuschauer auf den Heimweg. Schon nach der Abfahrt hatte die Amerikanerin mit mehr als einer Sekunde Rückstand aufs Podest ihre Medaillenchancen quasi verspielt. Obendrein schmerzte der 30-Jährigen wieder das operierte Knie.

Maze dagegen setzte ihre Erfolgsserie bei den Titelkämpfen in den USA auf beeindruckende Art und Weise fort. Vor den beiden Goldmedaillen gewann sie schon Silber im Super-G, jetzt präsentierte sich die älteste Weltmeisterin der Geschichte bei frühlingshaften Temperaturen in Beaver Creek erneut in Topform. Mit nun 31 Jahren und 283 Tagen verbesserte sie ihren eigenen, erst am Freitag aufgestellten Rekord. Zudem rückte Maze durch ihre neunte WM-Medaille auf Rang vier der ewigen Damen-Bestenliste.

Veronique Hronek beendete den Wettkampf auf Platz 13. Vor allem mit Rang zwölf nach der Abfahrt war die 23-Jährige glücklich. «Im Steilen bin ich echt zufrieden. Es war kompakt, teilweise eisig, das kommt mir entgegen», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. «Es war auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Die Spezialabfahrt war nicht so optimal.» Da war Hronek, die am Dienstag unter anderem mit Felix Neureuther im Team-Event und am Donnerstag im Riesenslalom antreten will, nur 31. geworden.

Die Grundlage für Gold in Colorado legte Maze mit einer starken Schussfahrt über die Raubvogelpiste. Einzig Lara Gut konnte mit der Gesamtweltcupsiegerin von 2013 mithalten. In den Slalom ging Maze zwar nur mit einem Vorsprung von 0,02 Sekunden, musste sich vor den Slalom-Künsten der Schweizerin aber nicht zu sehr fürchten.

Auch Vonn konnte vor dem Torlauf nur noch auf viel Pech der versammelten Konkurrenz hoffen. Doch stattdessen machte sie selbst einen entscheidenden Fehler, fädelte in einer Rechtskurve ein und war blitzschnell draußen. Ihren Zuschauern winkte die Amerikanerin, nach der Abfahrt noch Siebte, im Ziel dennoch artig zu.

Ihren letzten Slalom im Weltcup war Vonn vor zwei Jahren gefahren - wenige Tage, bevor sie sich bei der WM in Schladming so schwer am Knie verletzte. Das operierte Gelenk, das zwei Kreuzbandrisse überstanden hat, machte ihr in der Abfahrt auch wieder Probleme. «Das Eis ist nicht gut für mein Knie, es schmerzt jetzt ziemlich», berichtete sie. «Jedes Mal, wenn ich eine Kurve machen wollte, konnte ich die Linie nicht halten. Ich bin immer weiter nach unten gedriftet. Das ist nicht schnell.»