Kombinierer holen im Teamsprint Silber

Eric Frenzel und Johannes Rydzek hatten ihre Silberplaketten noch nicht bekommen, da gab Bundestrainer Hermann Weinbuch schon den Startschuss zum Feiern. Mit der vierten Medaille im vierten WM-Wettkampf bestätigten die Nordischen Kombinierer erneut ihren Ruf als DSV-Medaillenhamster.

Dass es im Team-Sprint «nur» Silber hinter Titelverteidiger Frankreich mit François Braud und Jason Lamy Chappuis wurde, war alles andere als ein Schönheitsfehler - es war ein harterkämpfter Erfolg und Ausdruck von Leidenschaft und Willensstärke im deutschen Team.

«Jetzt wird richtig gefeiert. Wir haben Thüringer Bratwürstel für den Grill und natürlich auch genug zu trinken im Truck. Das haben sich alle in der Mannschaft nach diesen wundervollen WM-Tagen mehr als verdient», sagte Weinbuch und genoss den silbernen Abschluss der Titelkämpfe.

Für den erfahrenen Coach war der Team-Sprint «reiner Kampfsport». Die Bedingungen waren nach Meinung Weinbuchs alles andere als WM-würdig. «Bei dem Mus konnten wir unsere Stärken im Lauf nicht ganz ausspielen», erklärte Weinbuch. Besonders am letzten Berg war vergessen worden, die Strecke zu salzen. Dadurch mussten die Athleten durch knöcheltiefen Schnee, was eher nach Bergsteigen als Skilanglauf aussah. «Mir hingen die Knie hinter den Ohren», beschrieb Frenzel die Schwere der Strecke.

Dass es nicht ganz zum dritten Gold für Rydzek reichte, hatte verschiedene Gründe. Im Springen hatte der Oberstdorfer Pech mit dem Wind und landete nur bei 118,5 Metern. Frenzel gelang mit 128 Metern der weiteste Satz des Tages und damit die Verkürzung des Rückstandes auf Frankreich auf 21 Sekunden.

Nachdem es auf der 2 x 7,5 Kilometer-Strecke lange Zeit nach einem einsamen Erfolgslauf der Franzosen aussah, überschlugen sich auf den letzten beiden Runden die Ereignisse. Frenzel konnte plötzlich noch einmal zulegen und den Rückstand auf Braud verkürzen, und Rydzek schaffte es bei der Abfahrt ins Stadion, zu Lamy Chappuis aufzuschließen. «Dass der dann im Omega die Tür einfach zumachte, war nicht ganz fair. Aber es gehört in diesem Sport auch dazu, die Ellenbogen einzusetzen», betonte Weinbuch.

Im Zielsprint zeigte dann der nunmehr fünfmalige Champion Lamy Chappuis seine Spurterqualitäten, danach gab er noch im Ziel seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt. «Ich hatte versucht, am Anstieg vorbeizukommen, das hat er verhindert. Im Spurt habe ich dann die Außenbahn gewählt, aber die war zu tief. Da konnte ich meine Stärken nicht mehr zur Geltung bringen. Meine Kräfte waren da weg», sagte Rydzek, der einen kompletten Medaillensatz plus ein weiteres Gold mit nach Hause nimmt. «Das war eine wahnsinnige WM, das muss ich erstmal sacken lassen», meinte der Allgäuer.