Konfrontation im Mursi-Prozess

Turbulenter Auftakt im Prozess gegen den früheren ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi: Wegen lauter Protestrufe von der Anklagebank unterbrach der Richter die Sitzung zehn Minuten nach Beginn.

Konfrontation im Mursi-Prozess
Khaled Elfiqi Konfrontation im Mursi-Prozess

«Ich bin der legitime Präsident von Ägypten, und ich bitte das Gericht, diese Farce hier zu beenden», rief Mursi nach Informationen von Prozessbeobachtern. Die Angeklagten skandierten: «Nieder mit der Militärherrschaft».

Nach Ansicht des Richters war Mursi zudem nicht richtig gekleidet. Er ordnete an, der Angeklagte müsse sich umziehen und im Gerichtssaal die weiße Gefängniskluft für Untersuchungshäftlinge tragen. Der Richter hatte zu Beginn der Verhandlung klargestellt, dass er Störungen nicht hinnehmen werde.

Der Prozess gegen Mursi und 14 weitere Spitzenfunktionäre der Muslimbruderschaft wegen Anstiftung zur Tötung von Demonstranten im Dezember 2012 hatte am Morgen unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in einem Kairoer Vorort begonnen. Den Angeklagten droht lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe.

Die Armee hatte den ersten demokratisch gewählten Präsidenten Ägyptens vor vier Monaten nach Massenprotesten gegen seinen Regierungsstil abgesetzt.