Konjunkturdaten trüben Stimmung der Anleger zum Jahresauftakt

Schwache Konjunkturdaten haben dem deutschen Aktienmarkt den Jahresstart verhagelt. Nach anfänglichen Gewinnen wegen der Hoffnung auf rasche Konjunkturspritzen durch die EZB drehte der Dax am Freitagmorgen schnell in Minus.

Allerdings ist der Handel weiterhin eher schwach, da viele Investoren erst in der kommenden Woche aus ihrem Weihnachtsurlaub zurückkehren.

Der Dax stand zuletzt 1,04 Prozent tiefer bei 9703,50 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,47 Prozent auf 16 855,17 Zähler nach unten, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,18 Prozent auf 1373,81 Punkte zulegte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte fast 1 Prozent ein.

Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hatte in einem Interview des «Handelsblatts» noch einmal die Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen der Notenbank im Kampf gegen eine zu niedrige Inflation bekräftigt. Die EZB sei in technischen Vorbereitungen, «um den Umfang, Tempo und die Zusammensetzung unserer Maßnahmen Anfang 2015 zu verändern, sollte dies notwendig werden».

Der Beginn breit angelegter Käufe von Staatsanleihen durch die EZB noch im Januar erscheine nun nahezu sicher, kommentierte ein Börsianer die Äußerungen. Die Geldflut der Notenbanken hatte schon in den vergangenen Jahren die Kurse getrieben.

Auf die Laune der Anleger drückten allerdings schwächere Daten zur Stimmung in der Industrie der Eurozone. Zudem verliert Chinas Wirtschaft weiter an Schwung. So hat sich die Stimmung in den Chefetagen chinesischer Industriefirmen Ende 2014 erneut verschlechtert, wie die britische Großbank HSBC bereits am Mittwoch mitgeteilt hatte.

Die Aktien der Lufthansa starteten an der Spitze des deutschen Leitindexes mit einem Plus von 0,61 Prozent ins neue Jahr. 2014 hatten die Papiere der streikgeplagten Fluggesellschaft mit einem Minus von rund 10 Prozent zu den schwächsten Dax-Werten gezählt.

Commerzbank-Aktien hielten sich mit minus 0,09 Prozent vergleichsweise gut, nachdem Konzernchef Martin Blessing in einem Interview der «Börsen-Zeitung» am Eigenkapitalrendite-Ziel der Bank festgehalten hatte.

Von der Konjunkturseite könnten am Nachmittag noch Impulse aus den USA kommen, wo mit dem ISM (Einkaufsmanagerindex Industrie) einer der wichtigsten konjunkturellen Frühindikatoren auf der Agenda steht.