Konjunkturdaten und Brexit-Angst belasten den Dax

Der deutsche Aktienmarkt hat seine Gewinnsträhne fürs erste beendet. Der Dax schloss mit einem Verlust von 0,68 Prozent bei 10 262,74 Punkten.

Konjunkturdaten und Brexit-Angst belasten den Dax
Fredrik Von Erichsen Konjunkturdaten und Brexit-Angst belasten den Dax

Im Mai hat der Index dennoch um rund 2 Prozent zugelegt. Der MDax sank am Dienstag um 0,19 Prozent auf 20 762,38 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,22 Prozent auf 1688,11 Punkte abwärts.

Wieder aufkeimende Befürchtungen über ein Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union sowie enttäuschende Daten aus der deutschen Einzelhandelsbranche hätten die Kurse belastet, hieß es. Zudem habe Zurückhaltung vor der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag und dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag geherrscht. Auch ein schwächerer Jahresstart des Autobauers Volkswagen trübte die Anlegerstimmung.

Eine aktuelle Umfragen aus Großbritannien kippe wieder stärker in Richtung Brexit, was für höhere Nervosität am Aktienmarkt sorge, sagte ein Börsianer. Die britischen Wähler stimmen beim EU-Referendum am 23. Juni ab, ob das Vereinigte Königreich aus der EU ausscheiden soll.

Die Erlöse des deutschen Einzelhandels waren im Vergleich zum März gesunken statt wie von Bankvolkswirten erwartet gestiegen. In der Eurozone waren die Verbraucherpreise im Mai zwar wie erwartet weniger gesunken als noch im Vormonat. Da die Inflation aber weiterhin sehr gering sei, dürfte dies die EZB in ihrer extrem expansiven geldpolitischen Ausrichtung bestärken, kommentierte Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba. In den USA hatten die Verbraucher im April mehr ausgegeben als Experten vermutet hatten.

Unter den Einzelwerten zogen vor allem die Aktien von Volkswagen (VW) nach vorgelegten Quartalszahlen die Aufmerksamkeit auf sich. Der Wolfsburger Autobauer hatte im ersten Quartal bei rückläufigen Umsätzen einen Gewinneinbruch verzeichnet. VW-Papiere fielen am Dax-Ende um 2,61 Prozent.

Salzgitter sprangen im MDax um mehr als 7 Prozent nach oben. Analyst James Gurry von der Credit Suisse sieht im laufenden und kommenden Jahr für die Gewinne im Stahlgeschäft Aufwärtspotenzial. Im Kielwasser gewannen die Papiere von Thyssenkrupp als einer der Spitzenwerte im Dax gut 1 Prozent.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,86 Prozent auf 3063,48 Punkte. Der Pariser Cac-40-Index und der Londoner FTSE 100 büßten jeweils gut ein halbes Prozent ein. Der Dow-Jones-Leitindex in New York stand zum Handelsschluss in Europa 0,42 Prozent tiefer.

Der Eurokurs notierte zuletzt kaum verändert bei 1,1131 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1154 (Montag: 1,1139) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8965 (0,8978) Euro. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,06 Prozent am Montag auf 0,07 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 142,19 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,25 Prozent auf 164,09 Punkte.