Konjunkturdaten und EZB-Aussagen beflügeln Dax

Der deutsche Aktienmarkt stand am Donnerstag im Zeichen von Sorgen rund um die Entwicklungen im Nahen Osten und einer Flut an Konjunkturdaten. Am Nachmittag legte der Dax wieder um 0,32 Prozent auf 8222 Punkte zu. Zeitweise war er ins Minus gedreht.

Ein Sprengstoffanschlag auf den ägyptischen Innenminister sowie unbestätigte Berichte über Explosionen in Damaskus hatten belastet. Der MDax gewann zuletzt 0,34 Prozent auf 14 565 Punkte. Der TecDax stieg um 0,48 Prozent auf 1047 Punkte.

«Die Märkte sind derzeit sehr nervös», sagte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. «Bereits geringste Spekulationen über Militäraktionen im Nahen Osten sorgen für teils heftige Kursrückgänge.» Auftrieb kam zuletzt dann aber von aktuellen US-Arbeitsmarktdaten, die als Indikation für den am Freitag anstehenden Monatsbericht gesehen werden. Sie deuten Marktanalysten zufolge auf eine sich fortsetzende Erholung hin. Zudem stützte, dass die Europäische Zentralbank trotz einer wirtschaftlichen Erholung ihre Politik des billigen Geldes beibehalten will.

Im Dax war die Aktie von BMW Favorit mit plus 4,85 Prozent auf 76,11 Euro. Der Premium-Hersteller aus München profitierte im August besonders vom boomenden US-Automarkt. Die Daimler-Papiere legten nach den US-Absatzzahlen um 1,05 Prozent zu, die VW-Vorzüge stiegen um 1,15 Prozent.

Zu den fünf Werten im Dax, die um mehr als zwei Prozent stiegen, zählten auch die Anteilsscheine von K+S. Sie gewannen 2,05 Prozent. Anleger reagierten mit Erleichterung auf die Index-Entscheidung der Deutschen Börse, dass das Kali- und Salzunternehmen im Leitindex bleiben wird.

Die Aktien von Evonik und Osram legten um mehr als 0,9 Prozent zu und profitierten von ihrer bevorstehenden Aufnahme in den MDax. Die RTL-Titel dagegen gaben nach ersten Gewinnen um 0,48 Prozent nach. Ebenfalls wie erwartet werden diese drei Werte in den Index der mittelgroßen Werte aufgenommen. Puma, Baywa und SGL Carbon müssen dafür in den SDax absteigen, was vor allem die Papiere des Agrardienstleisters und des Kohlestoff-Spezialisten belastete.

Bei Kabel Deutschland dürfte zur Index-Verkettung am 20. September nur das Gewicht im Index sinken, da sich das Unternehmen in der Übernahme durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone befindet. Ein rasches Herausfallen aus dem MDax halten Index-Experten dagegen für sehr unwahrscheinlich.

Am Markt für Staatsanleihen stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,61 Prozent am Vortag auf 1,64 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,12 Prozent auf 132,03 Punkte. Der Bund Future verlor 0,35 Prozent auf 139,06 Punkte. Der Eurokurs stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,3202 (Mittwoch: 1,3171) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7575 (0,7592) Euro.