Konjunktursignale aus China verdüstern sich

Der wichtigste Wachstumsmotor der Weltwirtschaft kommt zunehmend ins Stottern. Der als Frühindikator geschätzte HSBC-Index zum Verhalten der Einkaufsmanager in China fiel stärker als von Analysten erwartet.

Konjunktursignale aus China verdüstern sich
epa Oliver Weiken

Zudem mehren sich die Zeichen, dass die Regierung um den seit drei Monaten amtierenden Staatspräsidenten Xi Jinping bei der Konjunktur noch stärker das Tempo drosseln will.

Dazu soll den Banken offenbar der Geldhahn stärker zugedreht werden, um der Gefahr einer Kreditblase vorzubeugen. «Die neue Führung des Landes hat einen ganz anderen Fokus als die alte», schrieb Goldman-Sachs-Experte Yu Song. Dies könnte zu einem geringeren, aber nachhaltigeren Wachstum führen.

Der Analyst geht nach den jüngsten Daten davon aus, dass der Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) im zweiten Quartal weiter zurückgeht und die Wirtschaft nur noch 7,5 Prozent wachsen könnte.

Der von der britischen Bank HSBC erhobene Einkaufsmanagerindex deutet auf eine weitere Abkühlung hin. Er sank vorläufigen Daten zufolge von 49,2 Punkten im Mai auf 48,3 Zähler.

Im Mai war der Frühindikator erstmals seit Oktober 2012 unter die Schwelle von 50 Punkten gefallen. Über dieser Grenze zeigt der Index Wachstum an, liegt er darunter, kann von einem schrumpfenden Industriesektor ausgegangen werden.