Konjunktursorgen drücken Dax auf neues Jahrestief

Angesichts weiterer schlechter Konjunkturdaten bekommen die Anleger in Frankfurt kalte Füße.

Der Dax rutschte am Mittwochnachmittag auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. In der Spitze brach der deutsche Leitindex um mehr als zwei Prozent auf 8625,72 Punkte ein. Zuletzt stand er im Oktober 2013 so tief.

Damit hat der Dax nach zweitägiger Stabilisierung an den Abwärtstrend der Vorwochen angeknüpft. Sorgen vor einer erlahmenden Weltwirtschaft sowie vor steigenden Leitzinsen belasten die Börsen seit längerem. Das billige Geld der Notenbanken hatte in den vergangenen Jahren die Aktienmärkte angefacht.

Auch die anderen wichtigen Indizes in Deutschland gingen auf Tauchstation: So büßte der MDax der mittelgroßen Konzerne 1,13 Prozent auf 14 885,10 Punkte ein und der TecDax der Technologiefirmen sackte um 2,22 Prozent auf 1124,50 Punkte ab. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 2,34 Prozent nach unten.

Konkreter Auslöser des Kursrutsches waren Konjunkturdaten aus den USA: Die Stimmung in der Industrie des US-Bundesstaats New York hatte sich im Oktober überraschend deutlich eingetrübt. Zudem hatten sich die Einzelhandelsumsätze im September schlechter als erwartet entwickelt.

Im Dax stützten positive Analystenkommentare die Aktien des Düngemittelproduzenten K+S sowie des Gaseherstellers Linde. Die Aktien beider Firmen verloren zwar an Wert, aber weniger stark als der Gesamtmarkt.

Spitzenreiter im MDax waren die Aktien von ProSiebenSat.1 mit einem Plus von 1,79 Prozent. Der TV-Konzern ist gut in das vierte Quartal gestartet und hat die Umsatzprognose für 2014 leicht erhöht.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,71 Prozent am Vortag auf 0,67 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,62 Prozent auf 138,70 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,50 Prozent auf 151,85 Punkte vor.

Der Euro zog deutlich an und notierte zuletzt bei 1,2740 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2666 (Dienstag: 1,2646) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7895 (0,7908) Euro.