Konjunktursorgen: Dax rutscht zeitweise unter 9000 Punkte

Konjunktursorgen und internationale Krisen setzen dem deutschen Aktienmarkt weiter zu.

Der Dax rutschte am Mittwochvormittag erstmals seit zwei Monaten wieder unter die Marke von 9000 Punkten und markierte sein vorläufiges Tagestief bei 8986 Punkten. Am Nachmittag stand der Index bei 9020 Punkten und damit 0,73 Prozent unter dem Vortagesschluss.

Der MDax verlor 1,04 Prozent auf 15 388 Punkte. Der TecDax sank um 1,35 Prozent auf 1186 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone konnte sich mit einem Verlust von 0,42 Prozent der schlechten Stimmung ebenfalls nicht entziehen.

Der Dax hat ein durchwachsenes Jahr hinter sich: Zunächst trieb das billige Geld der Notenbanken den Index in die Höhe. Am 5. Juni war er zum ersten Mal in seiner Geschichte über die Marke von 10 000 Punkten gesprungen. Seitdem aber verdüsterte sich die Lage. «Der Abwärtstrend ist kristallklar, das Potenzial reicht bis an die 8900-Punkte-Marke», schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar in einem Kommentar.

Ausschlaggebend für die aktuelle Schwäche ist laut Händlern die Sorge um die Konjunktur. Es verdichten sich unter anderem die Anzeichen, dass die Eurozone erneut in die Rezession abgleiten könnte. Auch aus Deutschland - zuletzt eher Motor der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa - kamen zuletzt enttäuschende Signale. Hinzu kommen politische Spannungen, Kriege sowie die Ebola-Epidemie in Westafrika.

Die Aktien von SAP waren Dax-Schlusslicht mit einem Minus von fast 4 Prozent. Händler sind in Sorge darüber, dass die Jahresziele des größten europäischen Softwareherstellers in Gefahr geraten könnten - schließlich hat Finanzchef Luka Mucic einen Einstellungsstopp bis Jahresende verordnet und pocht auf Kostendisziplin. Analysten zufolge ist das aber bei den Walldorfern in der zweiten Jahreshälfte nichts Ungewöhnliches.

Für Lufthansa-Aktionäre gab es erneut wenig Grund zur Freude: Nach dem kräftigen Rutsch am Vortag von mehr als 5 Prozent vor allem wegen Sorgen um einen Ebola-Fall in Spanien verloren die Papiere am Mittwoch weitere eineinhalb Prozent. Zudem kommen Konjunktursorgen bei den Airlines besonders schwer zum Tragen.

Schwach präsentierten sich auch die Aktien von Gerresheimer aus dem MDax. Sie verloren fast 4 Prozent, weil der Verpackungsspezialist seine Jahresprognose nach einem Wachstumsdämpfer im dritten Quartal etwas eindampfte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,75 Prozent am Vortag auf 0,73 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,08 Prozent auf 137,93 Punkte zu. Der Bund-Future verlor 0,04 Prozent auf 150,28 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2645 (Dienstag: 1,2607) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7908 (0,7932) Euro.