Konservative Solberg geht von Wahlsieg in Norwegen aus

Ministerpräsident Jens Stoltenberg muss vor dem Ende der zweitägigen Parlamentswahl in Norwegen zittern. Seiner rot-rot-grünen Regierung droht eine heftige Schlappe.

Denn obwohl Umfragen Stoltenbergs Arbeiterpartei leicht vor der konservativen Høyre bei rund 30 Prozent sehen, könnten dem beliebten Regierungschef seine Koalitionspartner abhandenkommen. Sie müssen um den Wiedereinzug ins Parlament bangen.

Høyre-Chefin Erna Solberg gab sich daher siegessicher. «Ich bin sicher, dass es eine Mehrheit für eine bürgerliche Regierung gibt», sagte sie bei ihrer Stimmabgabe in Bergen. In der Zeitung «Aftenposten» forderte sie Stoltenberg auf, im Falle einer bürgerlichen Mehrheit schon in der Wahlnacht seinen Abgang zu verkünden. «Ich meine, er sollte das tun.»

Im Gegensatz zu Stoltenberg hat Solberg einige Koalitionspartner zur Auswahl. Am liebsten wäre ihr eine starke Regierung mit allen Dreien - der Christlichen Partei, der liberalen Venstre und der rechtspopulistischen Fortschrittspartei, die in Umfragen bei etwa 15 Prozent liegt. Doch die Rechtspopulisten und die Christliche Partei liegen in ihren Ansichten weit auseinander. Es ist deshalb völlig unklar, wie eine zukünftige bürgerliche Regierung aussehen wird.

Stoltenberg würde gerne mit der sozialistischen Linkspartei und der Zentrumspartei weitermachen. Die dümpeln aber in Umfragen derzeit bei 4 bis 5 Prozent. Für den Einzug in das Parlament in Oslo sind mindestens 4 Prozent nötig.

Im Wahlkampf hatten sich sowohl «Jens» als auch «Erna» mächtig ins Zeug gelegt. Stoltenberg hatte Bürger als Taxifahrer durch Oslo chauffiert, Solberg sich mit einem Helikopter aus dem Wasser «retten» lassen.

Noch bis 21 Uhr können rund 3,6 Millionen Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben. Mit einem Wahlergebnis wird in der Nacht zum Dienstag gerechnet. Für die Party am nächsten Tag hat Solberg nach einem Zeitungsbericht schon Kuchen bestellt.