Kontrollgremium setzt Sonderermittler zu Fall NSU ein

Ein Ermittlungsbeauftragter des Parlamentarischen Kontrollgremiums soll den jüngsten Ungereimtheiten im Fall der rechten Terrorzelle NSU nachgehen.

Kontrollgremium setzt Sonderermittler zu Fall NSU ein
Robert Schlesinger Kontrollgremium setzt Sonderermittler zu Fall NSU ein

Das Bundestagsgremium zur Kontrolle der Geheimdienste beschloss am Montag in einer Sondersitzung, den früheren Grünen-Abgeordneten Jerzy Montag als Sonderermittler einzusetzen.

Der langjährige Innen- und Rechtspolitiker soll Nachforschungen anstellen zu offenen Fragen rund um einen V-Mann des Verfassungsschutzes und um eine CD mit Hinweisen auf die Terrorgruppe. Das teilte der Vorsitzende des Gremiums, Clemens Binninger (CDU), nach den Beratungen mit.

Dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) werden zwischen den Jahren 2000 und 2007 zehn Morde zur Last gelegt - überwiegend an Menschen aus Zuwandererfamilien. Die Sicherheitsbehörden waren der Bande jahrelang nicht auf die Spur gekommen. Das Trio war erst Ende 2011 aufgeflogen.

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz seit 2005 eine CD in seinem Archiv hat, die in einer Datei das Kürzel «NSU/NSDAP» enthält. Ein V-Mann mit dem Decknamen «Corelli» hatte die CD an den Inlandsgeheimdienst übergeben. Der Bezug zum Fall NSU blieb jedoch über Jahre unentdeckt. Die Rolle «Corellis» im Fall NSU wirft generell Fragen auf. Vor einigen Monaten war der Informant tot aufgefunden worden.