Flüchtlinge im Fokus: Dänen wählen neues Parlament

Selten war es so eng: Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen der Kandidaten in Umfragen hat Dänemark am Donnerstag ein neues Parlament gewählt.

Weder das Mitte-Links-Bündnis von Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt (48) noch der Mitte-Rechts-Block ihres Herausforderers Lars Løkke Rasmussen (51) hatten sich im Wahlkampf einen Vorsprung in der Wählergunst sichern können. Im Mittelpunkt standen dabei Diskussionen über das Arbeitslosengeld, die Größe des öffentlichen Sektors, die Bekämpfung von Kriminalität und das Dauerbrenner-Thema Ausländerpolitik.

Sowohl die Sozialdemokratin Thorning-Schmidt als auch der frühere Ministerpräsident Løkke versprachen den Dänen im Wahlkampf eine strenge Hand im Umgang mit Flüchtlingen. «Wer nach Dänemark kommt, muss arbeiten», betonte die Regierungschefin, während ihr liberaler Gegenkandidat ankündigte, den Flüchtlingszustrom mit einer Asylreform bremsen zu wollen.

Trotzdem wolle er, dass Dänemark «ein offenes Land» bleibe, sagte Løkke am Donnerstag. Die rechtspopulistische Dänische Volkspartei warb im Wahlkampf mit einem vollständigen Asyl-Stopp und der Wiedereinführung von Grenzkontrollen um Stimmen.

Rund 4,1 Millionen Wahlberechtigte waren am Donnerstag aufgerufen, über die Zukunft ihres Landes mitzuentscheiden. Im dänischen Parlament waren dabei insgesamt 179 Sitze zu verteilen. 175 Abgeordnete wurden in Dänemark gewählt. Jeweils zwei Mandate sind für Abgeordnete von den Färöer Inseln und Grönland reserviert.

Bis zum Nachmittag hatten rund 40 Prozent ihr Kreuz auf dem Wahlzettel gemacht. Thorning-Schmidt stimmte im Kopenhagener Stadtteil Østerbro in Begleitung von Ehemann Stephen Kinnock ab. Die 48-Jährige hatte Løkke Rasmussen bei der Wahl 2011 als Regierungschef abgelöst und zuletzt mit einer Minderheitskoalition aus Sozialdemokraten und Sozialliberalen regiert.