KPN-Aktionäre beschließen E-Plus-Verkauf an Telefónica

Der Verkauf des Mobilfunk-Anbieters E-Plus an den Konkurrenten Telefónica mit der Marke O2 ist beschlossene Sache. Die Aktionäre der niederländischen Telekom-Gesellschaft KPN genehmigten den Milliardendeal bei einer außerordentlichen Hauptversammlung.

Zuvor hatte auch der mexikanische Großaktionär América Móvil seinen Widerstand aufgegeben.

KPN erhält von Telefónica Deutschland fünf Milliarden Euro in bar sowie eine Beteiligung von 20,5 Prozent am Münchener Unternehmen. KPN hatte den insgesamt 8,1 Milliarden Euro schweren Verkauf im Juli angekündigt.

E-Plus und O2 haben in Deutschland zusammen rund 40 Millionen Kunden. Damit würde das neue Unternehmen die bisherigen Spitzenreiter Deutsche Telekom und Vodafone überholen. Zugleich gebe es nur noch drei statt große vier Netzbetreiber.

Jetzt haben die Wettbewerbshüter das Wort. Angesichts der Größe des Geschäfts zieht die EU-Kommission die Prüfung an sich. «Wegen der Bedeutung der betroffenen Unternehmen auf EU-Ebene ist es nur logisch, diesen Fall hier in Brüssel zu entscheiden», sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Allerdings würde das Bundeskartellamt das Verfahren gern nach Deutschland holen.

Kartellamts-Präsident Andreas Mundt betonte nun, er halte es für «außerordentlich sinnvoll», dass die EU-Kommission den Fall an seine Behörde verweist. Denn er betreffe «ausschließlich den deutschen Mobilfunkmarkt», sagte Mundt dem «Kölner Stadt-Anzeiger» von Donnerstag. «Bei E-Plus handelte es sich in der Vergangenheit um einen besonders preisaggressiven Wettbewerber. Dass ein solcher Zusammenschluss erhebliche Folgen für den Wettbewerb hätte und in all seinen Facetten genau geprüft werden muss, liegt auf der Hand», bekräftigte er seine bisherigen Bedenken.

Nachdem América Móvil mit KPN bei E-Plus und O2 nun an einem Strang gezogen hat, steht eine weitere Einigung zwischen den beiden noch aus. Die Mexikaner, die bereits knapp 30 Prozent an KPN halten, wollen den Konzern für 7,2 Milliarden Euro gern komplett übernehmen. Der Vorstoß war allerdings auf Ablehnung gestoßen. Die KPN-Stiftung, welche die Übernahme mit der knappen Mehrheit der Stimmrechte unterlaufen kann, hatte die Offerte als «feindlich» bezeichnet. Medienberichten zufolge fordern die Niederländer wegen der Steuergutschrift, die sich aus dem Buchverlust von 3,7 Milliarden Euro beim E-Plus-Verkauf ergibt, einen höheren Preis. Statt der bisher gebotenen 2,40 Euro je Aktie schweben ihnen demnach 2,65 Euro vor.