Kramer ist neuer Arbeitgeber-Präsident

Chefwechsel bei den Arbeitgebern nach der Ära Hundt: Der Unternehmer Ingo Kramer ist neuer Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Der 60-Jährige wurde am Montag in Berlin einstimmig von der Mitgliederversammlung zum Nachfolger von Dieter Hundt gewählt.

Der 75-jährige Hundt, Mitinhaber eines Autozulieferers und Ex-Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart, hatte nicht mehr kandidiert. Er war 17 Jahre lang Stimme der Unternehmer in Deutschland und prägte die Wirtschaftspolitik entscheidend mit.

Kramer, der in Bremerhaven als Familienunternehmer in dritter Generation einen Anlagenbauer mit rund 260 Mitarbeitern führt, übernimmt die BDA in schwierigen Zeiten. Zwar hatte Vorgänger Hundt sich nach der Wahl ausdrücklich für eine große Koalition von Union und SPD ausgesprochen - viele schwarz-rote Projekte beunruhigen jetzt aber die Wirtschaft.

Dazu zählen ein gesetzlicher Mindestlohn, eine Frauenquote in Führungsetagen oder schärfere Regeln für Zeitarbeit und Werkverträge. Positiv dürfte bei den Arbeitgebern ankommen, dass Union und SPD die Macht von Splitter-Gewerkschaften einschränken und die Tarifeinheit stärken wollen.

Kramer - verheiratet und vierfacher Vater - gilt als bodenständiger Manager und erfahrener Tarifpolitiker. Er ist seit 2003 Mitglied des BDA-Präsidiums und seit 2011 auch Vizepräsident. Als Chef des Metall-Arbeitgeberverbandes im Norden war er zehn Jahre lang Verhandlungsführer in Tarifkonflikten. Die BDA vertritt die Interessen der Arbeitgeber vor allem in der Sozial- und Tarifpolitik.