Kraniche flüchten vor dem Winter in den Süden

Angesichts der sibirischen Kälte und Schnee in Nord- und Ostdeutschland fliehen derzeit Tausende Kraniche in Richtung Süden. Durch die Vereisung der Gewässer, den gefrorenen Boden und die Schneedecke haben die Vögel Schwierigkeiten, noch ausreichend an Nahrung zu gelangen.

Kraniche flüchten vor dem Winter in den Süden
Ralf Hirschberger Kraniche flüchten vor dem Winter in den Süden

Auch fehlten geschützte Plätze zum Übernachten, begründete der Leiter des Kranich-Informationszentrums, Günter Nowald, in Groß Mohrdorf bei Stralsund die «Winterflucht». 

Wegen des milden Wetters im Dezember verharrten bislang mehr als 10 000 Kraniche in Deutschland, darunter im Großraum Berlin und in der Diepholzer Moorniederung (Niedersachsen). Kleinere Trupps blieben auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Der Frost hätte aber nun Tausende Kraniche veranlasst, in Richtung Frankreich zu fliegen, sagte Nowald. In den vergangenen Tagen seien täglich viele Zugtrupps mit teils Hunderten Vögeln über Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in Richtung Süd bis Südwest gezogen. Frankreich und Spanien sind die traditionellen Überwinterungsplätze der Kraniche, von denen sie im Frühjahr wieder nach Norden zurückkehren.