Krankenschwester darf Ebola-Zwangsquarantäne verlassen

Ärzte und andere Helfer aus den Ebola-Gebieten könnten das tödliche Virus in andere Länder einschleppen. An den New Yorker Flughäfen sollte deshalb jeder drei Wochen in Zwangsquarantäne - die im ersten Fall allerdings deutlich kürzer war.

Im Streit um eine Zwangsquarantäne für heimgekehrte Ebola-Helfer hat eine Krankenschwester einen Sieg errungen. Die Frau wurde am Montag aus der Isolierung entlassen, nachdem sie sich heftig über die Bedingungen beschwert hatte. Die Bundesstaaten New York und New Jersey, die die New Yorker Flughäfen John F. Kennedy und Newark verwalten, verteidigten die Zwangsquarantäne als nötig im Kampf gegen die tödliche Krankheit. Das Weiße Haus ist hingegen skeptisch, ob das angemessen sei.

Die Krankenschwester, Kaci Hickox, hatte sich beschwert, dass sie nach ihrem Hilfseinsatz in Sierra Leone erst stundenlang «verhört» und dann seit Freitag in einem Zelt vor der Universitätsklinik Newark untergebracht worden sei. Obwohl sie keine Symptome gezeigt habe und zwei Bluttests negativ gewesen seien, habe sie drei Wochen ohne Dusche und nur mit einer Chemietoilette ausharren sollen. Die 21 Tage gelten als maximale Inkubationszeit für Ebola. Das ist der Zeitraum zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit.

Am Montag ließ der Staat New Jersey sie gehen. «Nach Gesprächen hat sie zugestimmt, in den Bundesstaat Maine zu fahren und sie macht das privat, nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln», hieß es aus dem Büro von Gouverneur Chris Christie. Alle Tests seien negativ gewesen und in den letzten 24 Stunden habe die Frau keine Symptome der Krankheit gezeigt. Solange sie noch in New Jersey sei und auch in Maine werde sie weiter ständig untersucht.

Der Bundesstaat verteidigte zugleich seine Zwangsquarantäne. Die Frau sei in Westafrika ständig mit Ebola-Kranken zusammen gewesen und habe danach in den USA Fieber bekommen. Während der Isolierung sei sie in einem «hochentwickelten Zeltsystem» untergekommen. «In der Quarantäne wurde jede Mühe gemacht, um ihr die Zeit möglichst angenehm zu gestalten mit Zugang zu Computer, Mobiltelefon, Lesestoff und Mahlzeiten ihrer Wahl.»

Jeder Arzt oder andere Helfer, der von Westafrika kommend auf einem der internationalen Flughäfen New Yorks landet, muss seit vergangener Woche 21 Tage in Zwangsquarantäne. Darauf hatten sich die beiden Gouverneure von New York und New Jersey, Cuomo und Chris Christie, geeinigt. Der Airport Newark vor den Toren der Metropole gilt zwar als New Yorker Flughafen, liegt aber schon im Bundesstaat New Jersey. Auch Illinois (Chicago) und Florida (Miami) denken über solche Schritte nach.

New York und New Jersey hatten die Regeln am Sonntag gelockert. Nunmehr können Menschen, die keine Symptome zeigen, zu Hause in Quarantäne bleiben und sie erhalten eine Entschädigung für entgangenes Einkommen. Zweimal am Tag werden sie untersucht, Familienmitglieder dürfen bei ihnen bleiben.

Zuvor hatte Obama zu Sachlichkeit gemahnt. Maßnahmen für rückkehrende Helfer müssten auf der Basis bester medizinischer Erkenntnisse erfolgen und nicht unnötig vom Dienst abschrecken.