Kreise: Regierung will Lautenschläger für EZB-Spitze vorschlagen

Die Bundesregierung will Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger als Nachfolgerin von Jörg Asmussen im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) vorschlagen. Das bestätigten Regierungskreise am Dienstag in Berlin.

Kreise: Regierung will Lautenschläger für EZB-Spitze vorschlagen
Marc Tirl Kreise: Regierung will Lautenschläger für EZB-Spitze vorschlagen

Das neue schwarz-rote Bundeskabinett unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte am Nachmittag zu ersten Beratungen zusammenkommen. Die Nachfolge wird nötig, weil Asmussen als Staatssekretär in das Bundesarbeitsministerium wechselt. Die Nominierung Lautenschlägers kommt nicht überraschend.

Sie galt bereits am Wochenende als aussichtsreichste Kandidatin Deutschlands. Die 49-jährige Juristin ist seit Jahren in der Bankenaufsicht tätig. Asmussen gibt den Posten bei der EZB vorzeitig auf. Der SPD-Politiker begründet den Wechsel mit familiären Gründen. Seine Frau und Kinder leben in Berlin.

Deutschland steht nicht automatisch ein Sitz im sechsköpfigen EZB-Direktorium zu. Es gilt aber als ausgemacht, dass die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone in dem Spitzengremium vertreten ist. Mit Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist Deutschland zudem im EZB-Rat, dem obersten Beschlussorgan der Notenbank, vertreten.

Die Kandidatur ist nur der erste Schritt. Endgültig entscheiden wird der EU-Rat der Staat- und Regierungschefs - auch nach Anhörungen des EU-Parlaments und der EZB. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte Lautenschläger gelobt und eine Nominierung unterstützt.