Kreml sieht schweren Schaden in Beziehungen zur Türkei

Der Schaden für die russisch-türkischen Beziehungen durch den türkischen Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs ist nach Ansicht des Kremls schwer wiedergutzumachen.

Präsident Wladimir Putin widme dem Vorfall seine maximale Aufmerksamkeit, betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag im Staatsfernsehen. Russland rufe alle Partner der Türkei und insbesondere die USA auf, künftige Handlungen der Regierung in Ankara zu beeinflussen. «Es ist verboten, sich an Russland zu vergreifen», sagte Peskow im Interview, das die Agentur Interfax vorab in Auszügen veröffentlichte.

Ursprünglich wollte Russland noch am selben Tag Sanktionen gegen die Türkei bekanntgeben. Bis zum Abend wurde allerdings in Moskau keine entsprechende Liste veröffentlicht. Seit dem Abschuss des russischen Kampfjets an der türkisch-syrischen Grenze am Dienstag sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern angespannt. Am Freitag kündigte Russland an, die Visafreiheit mit der Türkei ab Januar aufzuheben. 

Im Streit um die Darstellung des Abschusses warf Peskow - ein enger Vertrauter Putins - der Türkei vor, Beweise zu manipulieren. Der russische Su-24-Bomber sei nicht wie von Ankara behauptet in den türkischen Luftraum eingedrungen, betonte Peskow. Eine von der Türkei präsentierte Karte sei manipuliert.

Die Türkei empfahl ihren Staatsbürgern am Samstag, nicht dringende Russlandreisen zu verschieben. Grund seien Probleme, mit denen türkische Staatsbürger zurzeit in Russland konfrontiert seien, erklärte das Außenministerium in Ankara. Der russische Präsident Wladimir Putin fordert eine Entschuldigung für den Abschuss, was sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan bisher ablehnte.