Krise in der Formel 1? - Ecclestone: «Absoluter Nonsens»

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat die Diskussionen über eine Krise in der Königsklasse als «absoluten Nonsens» abgetan. Es gebe nur «ein paar kriselnde Teams», sagte der Brite BBC Sport vor dem Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo.

Krise in der Formel 1? - Ecclestone: «Absoluter Nonsens»
Srdjan Suki Krise in der Formel 1? - Ecclestone: «Absoluter Nonsens»

Den beiden insolventen Rennställen Marussia und Caterham warf er in diesem Zusammenhang vor, sie hätten nicht gut genug kalkuliert: «Sie haben mehr ausgegeben als sie hatten.» Caterham hat eine Spendenaktion gestartet und hofft auf ein Comeback beim Saisonfinale in Abu Dhabi am 23. November. Der Insolvenzverwalter von Marussia hatte jedoch zuletzt in London das endgültige Aus des russischen Rennstalls mitgeteilt.

Ecclestone erklärte nun, die beiden finanziell ausgebluteten Teams seien weiterhin Bestandteil der Formel 1, wenn sie in Abu Dhabi antreten würden. «Falls nicht, sind sie leider draußen», sagte der Geschäftsführer des Rechteinhabers CVC am Samstag. «Ich sehe nicht, wie sie zurückkehren könnten.»

Für die ebenfalls unter großen finanziellen Problemen leidenden Mittelklasseteams Lotus, Force India und Sauber deutete Ecclestone eine einmalige Unterstützung an. Damit das Trio überleben und 2015 starten könne, sollten die reichen Rennställe und der kommerzielle Rechtehalter Mittel zur Verfügung stellen. «Vielleicht können die vier, fünf großen Teams für nur ein Jahr einen Beitrag leisten», schlug Ecclestone vor.

Entschieden sprach sich der 84-Jährige indes gegen den Rettungsplan des insolventen Caterham-Teams aus. Es sei ein «Desaster», mit Crowdfunding die nötigen Gelder für einen Start beim Saisonfinale sammeln zu wollen. «Wenn Leute es sich nicht leisten können, in der Formel 1 zu sein, dann müssen sie etwas anderes machen. Wir wollen keine Bettler.»

Caterham hatte zuvor das Projekt «#RefuelCaterhamF1» angekündigt. Es sollen bis zu drei Millionen Euro gesammelt werden, um in Abu Dhabi wieder fahren zu können und das Überleben zu sichern. Unterstützer können mit einem Mindestbetrag von zehn britischen Pfund einsteigen. «Wir arbeiten nonstop, damit das Caterham F1 Team wieder Rennen fahren kann», sagte Interims-Teamchef Finbarr O'Connell.

Für das ebenfalls insolvente Marussia-Team gibt es indes keine Hoffnung mehr. Alle 200 Angestellten verlieren ihre Arbeit. Marussia und Caterham fehlten bereits beim Großen Preis der USA in Austin. Sie reisten wegen ihrer riesigen finanziellen Probleme auch nicht nach Sao Paulo.