Kritik an «sicheren Herkunftsstaaten»

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat die geplante Einstufung weiterer Balkanländer als «sichere Herkunftsstaaten» kritisiert. Dies werde kaum Auswirkung auf die Flüchtlingszahlen haben, sagte Romani Rose, Präsident des in Heidelberg ansässigen Verbands der dpa.

Kritik an «sicheren Herkunftsstaaten»
Maja Hitij Kritik an «sicheren Herkunftsstaaten»

Einige Politiker wollten Wähler mit der Aussage beruhigen, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen, Asylbewerber etwa vom Balkan aber zurückzuschicken. Diese gehören häufig der Minderheit der Roma an, ihre Anerkennungsquote ist gering.

Zwar gebe es keine Verfolgung von Roma, aber häufig «unwürdige Zustände», sagte Rose. In einigen Staaten hätten sie keinerlei Perspektive, lebten abgeschottet und seien Gewalt und Rassismus ausgesetzt. Daher müsse Deutschland Asylanträge sorgfältig prüfen.

Krieg gebe es auf dem Balkan nicht, sagte Rose. «Ich möchte nicht das Schicksal der Syrer mit dem Schicksal der Roma auf dem Balkan vergleichen.» Er warnte jedoch davor, Gruppen von Flüchtlingen gegeneinander auszuspielen. «Kein Mensch verlässt seine Heimat gern.»

Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge kamen im August rund ein Drittel aller Flüchtlinge aus Albanien, Serbien, Mazedonien, dem Kosovo, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro nach Deutschland, insgesamt knapp 12 000 Menschen. Nötig sei, Armut als Fluchtursache in den Herkunftsländern zu bekämpfen, forderte Rose. Daneben brauche es legale Wege für Einwanderer.