Kritische «Mein Kampf»-Edition wird nachgedruckt

Die Herausgeber der kritisch kommentierten Ausgabe von Adolf Hitlers «Mein Kampf» stocken die Auflage des umstrittenen Buchs auf. Wegen der großen Nachfrage wird die Edition nachgedruckt.

«Die Edition ist wie jedes andere Buch erhältlich, aber wegen der besonderen Umstände mit einer gewissen Wartezeit verbunden», sagte eine Sprecherin des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) in München. Das Institut gibt das zweibändige Werk im Eigenverlag heraus. Um kostendeckend zu arbeiten, wollte man sich deshalb am Bedarf orientieren.

Schon vor dem Verkaufsstart am 8. Januar war klar geworden, dass die Startauflage von 4000 Stück nicht ausreichen würde. Institutsdirektor Andreas Wirsching sprach bei der Präsentation von 15 000 Vorbestellungen. Man habe deshalb begonnen, das unter Leitung des Historikers Christian Hartmann kommentierte Werk nachzudrucken.

Zahlreiche Buchhändler bieten ihren Kunden die Möglichkeit, das Buch vorzubestellen, auch online. Beim Internethändler Amazon dagegen wurden am Mittwoch Exemplare zu Preisen von bis zu 375 Euro angeboten - weit über dem normalen Verkaufspreis von 59 Euro. «Sofern wir Kenntnis erlangen, dass Drittanbieter den Titel auf Amazon.de Marketplace unter Verstoß gegen die Buchpreisbindung anbieten, wird das Angebot entfernt», sagte ein Amazon-Sprecher dazu. Aus dem Verkauf des Buches will das Unternehmen keinen Gewinn schlagen: Die Erlöse sollen an eine Organisation gehen, die sich für Opfer des Nationalsozialismus engagiert.

Auch bei der Auktionsplattform Ebay war «Mein Kampf» zu finden. Bei einem Anbieter hatten 22 Bieter den Startpreis von einem Euro am Sonntag bis Mittwochnachmittag auf 276 Euro hochgetrieben. Für diese Summe gab es den Zuschlag. Beim IfZ hieß es dazu, diese Preise seien viel zu hoch. Mit ein bisschen Wartezeit könne man das Buch ganz normal beim Buchhändler bestellen.