Kroos nach CL-Triumph: «Etwas sehr, sehr Besonderes»

Gemeinsam mit seinen Teamkollegen von Real Madrid stand Weltmeister Toni Kroos nach dem Triumph in der Königsklasse eine kurze Nacht bevor: Rückflug nach Madrid, Empfang in der Stadt und eine Party mit den Fans.

Kroos nach CL-Triumph: «Etwas sehr, sehr Besonderes»
Peter Powell Kroos nach CL-Triumph: «Etwas sehr, sehr Besonderes»

Das 5:3 im Elfmeterschießen gegen Stadtrivale Atlético Madrid hat für den Nationalspieler «ungemeine Bedeutung». Nach der Partie sprach Kroos über Reals Coach Zinédine Zidane, den knappen Triumph und seine Vorfreude auf die Fußball-EM.

Können Sie uns Einblick in Ihre Gefühlswelt geben und erzählen, was in den letzten Stunden passiert ist seit Abpfiff?

Man kennt mich ja, dass ich das eher gefasst aufnehme, aber es ist schon etwas sehr, sehr Besonderes, zum zweiten Mal die Champions League zu gewinnen mit zwei verschiedenen Vereinen. Das hat man sich wahrscheinlich nie erträumt, und ich glaube, dass das etwas Großes ist. Ich denke, dass dieses Spiel eine ungemeine Bedeutung hatte aufgrund der Saison. Es war die letzte Chance, einen Titel zu holen, den größten Titel zu holen, und wenn du das dann erreichst nach einer Saison, wo es mal auf, mal ab ging, dann ist es schon unfassbar.

Warum wurden Sie ausgewechselt in der 72. Minute, waren Sie verletzt?

Nein, ich hatte keine Probleme. Ich habe mich ganz gut gefühlt und denke, ich habe auch ein gutes Spiel gemacht. Ich glaube, der Trainer wollte dann einfach nochmal was Frisches bringen.

Wie geht's denn jetzt weiter, fliegen Sie direkt nach Madrid?

Ja, wir fliegen jetzt nach Madrid. Ich glaube, da ist dann kein schlechter Empfang geplant. Es ist alles vorbereitet, die Leute werden wach bleiben, da bin ich mir ziemlich sicher. Und dann werden wir ein bisschen feiern den Tag über.

Und der Bundestrainer hat die Erlaubnis gegeben, einen Tag durchzufeiern? Wann geht es dann ins EM-Trainingslager?

Jetzt brauche ich schon noch erstmal ein, zwei Tage. Es war eine unheimlich lange Saison jetzt auch mit dem schönen Abschluss heute. Und da ist es normal, dass man dann einfach zwei, drei Tage braucht, das weiß der Bundestrainer auch, und dann schließen wir uns kurz, wann ich dann genau da bin.

Gehen Sie jetzt voller Vorfreude in die EM?

 Ja, ich bin in sehr guter Verfassung. Das war bei den März-Länderspielen schon so, und ich hoffe, dass ich das auch jetzt nach einer langen Saison mit vielen Spielen in die EM reinbekomme. Aber Lust habe ich definitiv.

Das Spiel heute war ja anders, als man es vorher erwartet hätte. Wie haben Sie die Partie gesehen?

Wir sind, glaube ich, verdient in Führung gegangen, hatten vorher schon eine Riesenchance. Danach waren wir vielleicht ein bisschen passiv, obwohl ich uns in der ersten Halbzeit gut gesehen habe. Zweite Halbzeit waren wir zu passiv. Natürlich ist das auch eine Idee dann, über Konter zu kommen, die wir nicht hundertprozentig gut ausgespielt haben. Aber wir haben ein bisschen zu wenig den Ball gehabt für meinen Geschmack, sind zu viel hinterhergelaufen, haben uns da schwer getan. Also insgesamt glaube ich einfach, war es ausgeglichen, war das Endergebnis im Endeffekt in Ordnung mit 1:1.

Was hat Trainer Zidane für einen Anteil gehabt an dem Sieg?

 Ich glaube, man hat ja schon gesehen, dass wir uns ab Januar deutlich verbessert haben, mit dem gesamten Spiel. Natürlich ist das sein Einfluss, er hat zwei, drei neue Ideen mit eingebracht, und die hat dann die Mannschaft gut angenommen und hat ihre Qualität, was vorher ein auf und ab war, kontinuierlicher gezeigt. In der Champions League haben wir bis auf einen kleinen Ausrutscher in Wolfsburg, den wir dann korrigiert haben, eine sehr, sehr gute Saison gespielt und haben fast immer verdient gewonnen.