Körpersprache: Junge Künstler in der Saatchi Gallery

«Body Language» (Körpersprache) ist der Titel einer neuen Ausstellung in der Saatchi-Galerie in London. Der Sammler und Kunstmäzen Charles Saatchi stellt darin die Werke von 19 jungen Künstlern aus aller Welt vor, die sich kritisch - und häufig satirisch - mit Macht, Leben und Vergänglichkeit auseinandersetzen.

Körpersprache: Junge Künstler in der Saatchi Gallery
Sam Drake Körpersprache: Junge Künstler in der Saatchi Gallery

Die Ausstellung soll zeigen, wie unterschiedliche soziale und politische Fragen «über den menschlichen Körper kommuniziert werden». Sie wird am 20. November eröffnet und läuft bis zum 16. März 2014. Der Eintritt ist frei.

Die Schau in 10 Räumen zeigt unter anderem gigantische Fotografien des russischen Künstlers Denis Tarasov, der in den Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Grabsteine in Russland und der Ukraine aufnahm. Viele sind mit Fotos der Verstorbenen in der Fülle ihres Lebens verziert und zeigen die Personen so, wie sie selbst gerne in die Erinnerung eingehen wollten. Mafia-ähnliche Typen vor ihren Sportwagen westlicher Produktion oder beim Champagner-Trinkgelage auf Plüschsofas stechen hervor.

Der Raum ist mit einer Installation hölzerner, unbeschrifteter Grabsteine der US-Künstlerin Marianne Vitale gefüllt, unter denen man «ein Feld von Toten» nur vermuten kann, so Saatchi-Sprecherin Bianca Gidwani.

Die US-Künstlerin Amy Bessone nimmt eine Meissen-Figur zum Vorbild für ihr grelles Ölgemälde einer Faust-Maske, die Ästhetik mit dem Unheimlichen verbinden soll. Der US-Künstler Jansson Stegner nimmt seine Frau als Modell für die «romantisierte» Darstellung von erotisch anziehenden US-Polizistinnen in Uniform in seinen Ölgemäden. «Es ist eine utopische Idee, aber Staatsmacht muss nicht hässlich sein», sagte Stegner dazu der Nachrichtenagentur dpa.

Durch ihre Melancholie und Farbenpracht beeindrucken die großen Ölgemälde der Japanerin Makiko Kudo. Ihre Kinderbuch-ähnlichen Figuren schweben in Lustgärten durch die Landschaft oder gleiten auf Schwänen übers Wasser. Anlehnungen an Monet und Gauguin sind erkennbar. Aber die Botschaft der Künstlerin ist hart: Sie will in Anlehnung an ihre Kindheit die Flucht in eine fiktive Welt darstellen, um sozialem Konservatismus und wirtschaftlicher Depression zu entrinnen.