Kühnhackl-Sohn triumphiert im NHL-Finale

Voller Stolz stand auch Papa Erich Kühnhackl nach dem Triumph seines Sohnes auf dem Eis. Gemeinsam mit dem jungen Protagonisten posierte die deutsche Ikone mit dem weltweit begehrten Stanley Cup - wieder hat ein Kühnhackl Eishockey-Geschichte geschrieben.

Kühnhackl-Sohn triumphiert im NHL-Finale
Eric Canha Kühnhackl-Sohn triumphiert im NHL-Finale

Erst als dritter Deutscher nach Uwe Krupp und Dennis Seidenberg hat der 24-jährige Tom Kühnhackl die Meisterschaft in der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL gewonnen. Mit den Pittsburgh Penguins kam er dank eines 3:1 bei den San Jose Sharks zum vierten und entscheidenden Sieg in der Finalserie. «Ich kann nicht glauben, dass das wahr ist», meinte Tom Kühnhackl.

Als die Schlusssirene ertönte, war der junge Stürmer mit seinen Mitspielern aufs Eis gestürmt. Helme, Handschuhe, Schläger - alles wurde weggeworfen. In der Kabine knallten später die Sektkorken. Kühnhackl verpasste Torhüter Matt Murray eine Champagner-Dusche, während neben ihm die Spieler aus dem Stanley Cup schlürften.

Den 90 Zentimeter großen und 16 Kilogramm schweren Pokal wird Kühnhackl nun auch mit in seine bayrische Heimat nehmen. «Tom wird den Stanley Cup hundertprozentig nach Landshut bringen. Er weiß, was er den dortigen Trainern zu verdanken hat», sagte Vater Erich Kühnhackl der Deutschen Presse-Agentur. Jeder Spieler des Meisterteams darf die Trophäe im Sommer einen Tag bei sich haben.

Vater Erich Kühnhackl gilt in Deutschland als bester Spieler der nationalen Eishockey-Geschichte. Er gewann vier deutsche Meisterschaften, gewann Bronze bei den Olympischen Winterspielen 1976 und war bei der Weltmeisterschaft 1978 der erste deutsche Scorer-König. Doch in Amerika wollte er nie spielen.

Nun ließ er es sich aber nicht nehmen, die Krönung des märchenhaften Aufstiegs seines Sohnes live zu verfolgen. Innerhalb von knapp fünf Monaten schaffte es der Angreifer vom Lückenbüßer zum Champion an der Seite der Superstars Sidney Crosby und Jewgeni Malkin. Als Kühnhackl den Cup von Conor Sheary überreicht bekam, drehte er eine Ehrenrunde auf dem Eis, hielt den Pott stolz über seinen Kopf und schrie seine Freude heraus.

Erst am 9. Januar gab der Bayer sein NHL-Debüt. Er sollte nur aushelfen, da Stammpersonal verletzt war. Doch Kühnhackl verpasste anschließend kein einziges Spiel. Er etablierte sich als Unterzahlspezialist und Arbeiter in der vierten Sturmreihe. «Mein Job ist es, die Scheibe tief zu schießen, hinterherzurennen und den Gegner hart checken», erklärte er. 

Der Landshuter hatte vom Trainerwechsel am 12. Dezember profitiert. Die Pittsburgh Penguins trennten sich von Mike Johnston, Mike Sullivan kam. Er hatte zuvor im Penguins-Farmteam das Sagen gehabt und berief schon bald einige der dortigen Talente in den NHL-Kader - unter anderem auch Kühnhackl.

Die Veränderungen endeten im Erfolg. Insgesamt gewann Pittsburgh nun zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte den Stanley Cup. «Es ist großartig, das letzte Spiel der Saison zu gewinnen», sagte Topstar Sidney Crosby. Der Penguins-Kapitän hatte sein Team auf den Tag genau vor sieben Jahren bereits zum Titel geführt. Crosby wurde als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet.

Die Tore erzielten am Sonntagabend (Ortszeit) andere. Brian Dumoulin brachte Pittsburgh in der achten Minute in Führung, Logan Couture sorgte für den Ausgleich von San Jose (27.). Doch die Penguins antworteten nur eine Minute später durch Kris Letang. 62 Sekunden vor Ende sorgte Penguins-Stürmer Patric Hornqvist mit einem Schuss ins verwaiste Tor für die Entscheidung - und den Auftakt zur Pittsburgher Party-Nacht.