Küstenschutz lässt Sylt wachsen während Südspitze schrumpft

Sylt wächst: An der Westküste der Insel hat der staatliche Küstenschutz die Vordünen seit 1990 vergrößern können.

Küstenschutz lässt Sylt wachsen während Südspitze schrumpft
Carsten Rehder Küstenschutz lässt Sylt wachsen während Südspitze schrumpft

Aufspülungen binden mehr als drei Millionen Kubikmeter Sand in bis zu 30 Meter breiten, vorgelagerten Dünen, wo ihn etwa Gräser und Zäune festhalten, wie Johannes Oelerich, Direktor des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), sagt. Das ist mehr als das Volumen der Cheops-Pyramide.

Den Großteil der mehr als eine Million Kubikmeter Sand, den Schiffe jedes Jahr vom Meeresboden vor der Insel aufsaugen und anspülen, holen sich Sturmfluten wieder zurück. Von einem Sandwunder könne daher keine Rede sein, sagt Oelerich.

«Damit verfügt die Insel über einen Sandpuffer, der für schwere Stürme auch gebraucht wird», bewertete er die pro Jahr rund sieben Millionen Euro teuren Aufspülungen.

Zugleich schrumpft Sylts Südspitze weiter stark. Allein im November fielen dort Düne und Strand auf 850 Metern Länge und bis zu 60 Metern Breite den Wellen zum Opfer. Für den LKN gehören diese Abbrüche zur Anpassung der Morphologie dazu. Schließlich verlagere sich die Südspitze seit mehreren Jahren gen Osten.