Kupferkonzern Aurubis in roten Zahlen

Europas größter Kupferkonzern Aurubis hat nach roten Zahlen seine Erwartungen für das Gesamtjahr zurückgefahren. Für das Geschäftsjahr 2012/13 (30. September) werde ein deutlich unter Vorjahr liegendes Ergebnis erwartet, wie Konzernchef Peter Willbrandt mitteilte.

Während die Produktion vergleichsweise rund lief, hatte ein Preisrutsch bei Kupfer und Edelmetallen hohe Abschreibungen zur Folge. Der Konzernüberschuss betrug im Vorjahr 207 Millionen Euro.

Nach drei Quartalen lag der Konzernverlust Ende Juni bei minus 210 Millionen Euro, zum Vorjahreszeitpunkt war noch ein Gewinn von 295 Millionen Euro aufgelaufen. Operativ war das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit 133 Millionen Euro nach 247 Millionen im Vorjahr im Plus.

Der Konzern-Umsatz ging im Berichtszeitraum um 6 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro zurück, was Aurubis mit niedrigeren Metallpreisen begründete. Das Unternehmen (6500 Mitarbeiter) stellt aus Kupfererz und Kupferschrott reines Kupfer her und verarbeitet es zu Produkten für die Auto-, Elektro- und Bauindustrie.

Produktion und Absatz von Kupfer und Kupferprodukten seien zwar konzernweit gut gewesen, die Märkte entwickelten sich jedoch uneinheitlich, berichtete der Konzernchef. Während die Preise für Kupferprodukte, Schwefelsäure sowie Altkupfer unter Druck blieben, lagen die Vergütungen für das Aufschmelzen von Kupferkonzentrat auf hohem Niveau.

Aurubis erhält für das Aufschmelzen oder Schrott Gebühren. Bei der Verarbeitung fällt auch Schwefelsäure an, die an die Chemieindustrie verkauft wird. Deren Nachfrage war zuletzt aber geringer und die Preise niedrig.

Bei Altkupfer und Schwefelsäure rechnet Aurubis nicht mit einer kurzfristigen Erholung. Bei den Produktmärkten sieht der Vorstandschef hingegen «Potenzial nach oben». Im Schlussquartal wird die Hütte in Hamburg wegen Wartungsarbeiten heruntergefahren.