Kurden drängen IS in Kobane weiter zurück

Nach der Niederlage in der Sindschar-Region im Nordirak verliert die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch in der syrischen Grenzstadt Kobane weiter an Boden.

Kurden drängen IS in Kobane weiter zurück
Alaa Al-Shemaree Kurden drängen IS in Kobane weiter zurück

Wie die oppositionsnahen syrischen Menschenrechtsbeobachter mitteilten, drängten kurdische Kämpfer die Dschihadisten aus Stadtteilen im Südosten ab.

Idris Nassan, ein Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die kurdischen Milizen bereits in den vergangenen Tagen deutliche Fortschritte in der Ortschaft an der Grenze zur Türkei erzielt hätten.

Dschihadisten und Kurden liefern sich seit September heftige Kämpfe um die Stadt, die an einer wichtigen Versorgungsroute liegt. Die US-geführte Anti-Terror-Koalition fliegt dort auch Luftschläge gegen die islamischen Extremisten. Im Irak hat der IS jüngst seine bislang schwerste Niederlage erlitten. Kurdische Einheiten durchbrachen einen Belagerungsring der Terrormiliz um das Sindschar-Gebirge.

Die USA sehen die Terrormiliz IS infolge der wochenlangen Luftangriffe der Anti-IS-Koalition in Syrien und im Irak auch in finanziellen Schwierigkeiten. «Unsere Militäroffensive hat dazu geführt, dass die Einnahmen der Gruppe aus dem Ölgeschäft deutlich zurückgegangen sind», sagte der Sonderbeauftragte von US-Präsident Barack Obama zur Koordinierung der internationalen Koalition gegen den IS, John Allen, im «Spiegel»-Interview. «Derzeit fällt es (dem IS) erkennbar schwerer, die Gehälter zu zahlen.»

Vor einer in Moskau geplanten Friedenskonferenz der syrischen Konfliktparteien forderte Allen die zersplitterten syrischen Oppositionsgruppen auf, sich im Kampf gegen den Islamischen Staat unter einheitlicher Führung zusammenzuschließen. «Wir erhoffen uns, dass sie künftig nicht mehr mit vielen, sondern mit einer Stimme sprechen und mit einer abgestimmten Position auftreten», sagte Allen.

Zugleich bekräftigte er die Forderung nach einem Rückzug des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Dies wäre ein «großer Schritt, um die grundsätzlichen Probleme zu lösen oder zumindest anzugehen». Vertreter aus Damaskus sollen an dem in Moskau geplanten Treffen teilnehmen, das nach Angaben des russischen Außenministeriums Ende Januar stattfinden könnte. Das genaue Format und die Teilnehmer würden noch bestimmt, hatten russische Agenturen berichtet.