Kurdische Kämpfer: Lage in Kobane ist dramatisch

Kurdische Kämpfer beschreiben die Lage in der von der Terrormiliz IS eingekesselten syrisch-kurdischen Stadt Kobane als dramatisch.

«Die Situation ist schlechter, als die Menschen denken», sagte ein Kämpfer der Volksschutzeinheiten, der aus Kobane über die Grenze in die Türkei kam, der Nachrichtenagentur dpa in Suruc. «Viele sind ernsthaft verletzt und noch immer drinnen (in Kobane). Es war nicht möglich, sie raus zu bringen. IS ist sogar noch näher gekommen.» Der Kämpfer wollte nicht namentlich genannt werden.

Ein kurdischer Aktivist namens Farhad al-Shami in Kobane sagte der dpa am Telefon, die Kämpfe konzentrierten sich auf den Osten der Stadt. «IS-Kämpfer haben eine groß angelegte Offensive begonnen, um den gesamten Bezirk Kani Araban unter ihre Kontrolle zu bringen», sagte er.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die kurdische Nachrichtenseite Welati meldeten dagegen, kurdische Kämpfer hätten den Vormarsch der Dschihadisten gebremst und sie an den östlichen Stadtrand gezwungen.

Ein dpa-Korrespondent in Suruc berichtete von heftigen Gefechten in Kobane, die auf der türkischen Seite der Grenze zu hören seien. Verwundete kurdische Kämpfer würden aus Kobane in türkische Krankenhäuser gebracht. Ein Krankenwagenfahrer sagte der dpa, es stünden zu wenig Wagen zu Verfügung. «Es kommen mehr und mehr Verwundete an der Grenze an», sagte er.