Kurseinbruch in China zieht gesamte Region mit runter

Ein erneuter Kurseinbruch in China hat die asiatischen Börsen mit in die Tiefe gerissen. Der japanische Leitindex schloss erstmals seit Mitte Oktober unter der psychologisch wichtigen Marke von 18 000 Punkten.

Die chinesischen Festland-Börsen wurden angesichts der heftigen Verluste vorzeitig geschlossen und hatten mit 30 Minuten den kürzesten Handelstag in ihrer 25-jährigen Geschichte. Der japanlastige Sammelindex Stoxx 600 Asia/Pacific gab zuletzt um 2,07 Prozent auf 159,58 Punkte nach.

Chinas Festland-Börsen brachen zum zweiten Mal in dieser Woche ein aus Sorgen um die Wirtschaft des Landes. Wie bereits am Montag kam erneut der zum Jahresanfang eingeführte Schutzmechanismus zum Zuge - dieser sieht bei einem Kursrückgang um mehr als 5 Prozent zunächst eine 15-minütige Unterbrechung und dann bei einem Minus von mehr als 7 Prozent einen völligen Abbruch des Handels vor. Der CSI 300, der die Entwicklung der 300 größten Aktienwerte der Börsen in Schanghai und Shenzhen abbildet und die Messlatte für den Absicherungsmechanismus ist, verlor 6,93 Prozent auf 3294,38 Punkte. Seit Jahresbeginn hat der Index damit 11,70 Prozent eingebüßt.

Nach dem Einbruch zum Wochenanfang hatte die chinesische Regierung zwar Milliarden in den Markt gepumpt. Börsianer sprachen jedoch von fehlendem Anlegervertrauen und Irritationen über die andauernde Abschwächung der chinesischen Landeswährung, die Furcht vor einer Kapitalflucht aus China schürt. Der Yuan (Renminbi) war am Donnerstag auf seinen niedrigsten Stand seit fünf Jahren gesunken. Wie die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise meldete, plant die chinesische Börsenaufsicht eine Verlängerung des Verkaufsverbots für einige Großinvestoren.

Der Hang-Seng-Index in Hongkong, an dem auch ausländische Investoren uneingeschränkt handeln können, fiel um 3,09 Prozent auf 20 333,34 Punkte. Zu den stärksten Verlierern gehörten Ölwerte. Der Einbruch an Chinas Börsen hatte die Ölpreise noch weiter nach unten getrieben aus Sorge vor einer rückläufigen Nachfrage.

Der Nikkei-225-Index in Tokio schloss mit einem Minus von 2,33 Prozent auf 17 767,34 Punkte. Bereits an den drei ersten Handelstagen des Jahres hatte der Nikkei wegen der Sorgen um die Wirtschaft des wichtigen Handelspartners China deutlich nachgegeben und im Vergleich zum Schlussstand inzwischen mehr als sechseinhalb Prozent verloren.

Die japanische Landeswährung Yen stieg im Vergleich zum US-Dollar auf den höchsten Stand seit August. Ein starker Yen und ein schwacher Yuan verschlechtern die Wettbewerbssituation für japanische Waren auf dem Weltmarkt.

Der australische Leitindex ASX 200 verlor 2,20 Prozent auf 5010,34 Punkte. Angesichts der China-Sorgen gerieten Rohstoffwerte und der mit Rohstoffpreisen stark verbundene australische Dollar unter Druck. Im indischen Mumbai gab der Sensex-Index zuletzt um 1,86 Prozent auf 24 934,87 Punkte nach.