Kursstürze bei italienischen Banken

Der Stresstest der Europäischen Zentralbank sorgt besonders am italienischen Finanzmarkt für Turbulenzen: Die Aktie der Traditionsbank Monte dei Paschi wurde nach einem Kurseinbruch vom Handel ausgesetzt.

Monte dei Paschi ist eine von neun italienischen Geldinstituten, die den Test nicht bestanden haben. Die Bank braucht nach EZB-Berechnungen 2,1 Milliarden Euro frisches Kapital.

Auch die Aktie der Banca Carige aus Genua stürzte um fast 18 Prozent ab. Dieser Bank fehlen 814 Millionen. Die Anteilsscheine der Banca Popolare di Milano, die im Test ebenfalls als nicht fit genug eingestuft worden war, gingen um mehr als 4 Prozent zurück.

«Während Spanien in den vergangenen Jahren viel unternahm, um seine Volkswirtschaft auf Vordermann zu bringen, blieb Italien auf der Strecke. Der Stresstest ist vor allem also auch ein Warnruf an die italienische Regierung», erklärte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe.

Die Freude über den gelungenen Banken-Stresstest in Deutschland wich schnell der Ernüchterung, auch unter dem Eindruck des sich ausweitenden Stimmungtiefs in der deutschen Wirtschaft, die der Ifo-Index aufzeigte.

So waren die Titel der Commerzbank zwar in den ersten Minuten noch um mehr als 9 Prozent in die Höhe geschnellt, die Aktien der Deutschen Bank hatten in der Spitze um über 3 Prozent gewonnen. Von den weiter fallenden Börsen wurden sie dann aber mitgerissen.

Auch die meisten anderen europäischen Banken im EuroStoxx-50-Index büßten nach einem festeren Auftakt an Wert ein und tendierten zuletzt überwiegend schwächer. So verloren Banco Santander aus Spanien 2,23 Prozent sowie die Société Générale und BNP Paribas aus Frankreich 2,24 beziehungsweise 1,58 Prozent.