Kwabs auf dem Weg nach oben

Was Kwabs, eigentlich Kwabena Sarkodee Adjepong, auf Twitter über sich selbst schreibt, hilft nicht wirklich weiter: «Ich singe. Ich bin braun. Mein Gesicht ist ein bisschen schief. Ich mag Suppe.»

Kwabs auf dem Weg nach oben
Andreas Gebert Kwabs auf dem Weg nach oben

Der Londoner ist dank Singles wie «Walk» und «Wrong or Right» auf dem Weg in den Soul-Himmel. Mit der Deutschen Presse-Agentur spricht er über Erfolg und seine ghanaischen Wurzeln.

Frage: Ihr Debütalbum «Love and War» ist noch nicht mal raus und Sie werden schon als Soul-Sensation gefeiert. Wie geht es Ihnen damit?

Antwort: Ich denke immer an den Weg vor mir. Es ist noch so früh. Erfolg ist für mich, diese Reise zu genießen. Es wäre natürlich schön, einen Preis zu gewinnen, ein Nummer-Eins-Album zu haben. Aber es gibt nicht das eine Ziel, das für mich bedeutet, jetzt habe ich es geschafft. Ich will einfach weitermachen und noch viel lernen. Wenn man aufhört zu lernen, macht es auch keinen Spaß mehr. Ich genieße Interviews, Fotoaufnahmen, Leute zu treffen. Aber ich trenne das von der kreativen Arbeit.

Frage: Wie sind Sie überhaupt zur Musik gekommen?

Antwort: Ganz früh, mit drei oder vier Jahren. Ich habe gesungen, um meine Gefühle irgendwie nach außen zu kriegen. Singen wurde für mich so normal wie denken, fühlen und sprechen. Allerdings singen für mich alleine, nicht für andere. Dann habe ich mehr Musik gehört, im Radio und im Fernsehen, und eine Vorstellung davon bekommen, wie ich gern singen wollte. Später dann habe ich Unterricht genommen und meinen Abschluss in Musik gemacht.

Frage: Wer waren diese Vorbilder im Radio und im Fernsehen?

Antwort: Es war ganz egal, was lief... Whitney Houston konnte das sein oder Craig David. Ich hatte musikalisch nie wirklich ein Vorbild, ich habe mir rausgepickt, was mir gefiel. Aber ich bewundere Sänger, etwa Jazmine Sullivan oder Kanye West. Außerdem mag ich guten Pop. Er muss eine Bedeutung haben, die Musik braucht eine Seele. Es kommt auf die Texte an.

Frage: Auf der Bühne zu stehen ist etwas anderes, als zu Hause zu singen...

Antwort: Absolut, aber ich liebe das. Es fühlt sich manchmal noch ungewohnt an, vor einem großen Publikum zu stehen und sozusagen Aufmerksamkeit zu fordern. Das muss man schnell lernen. Ich habe beim Singen das Gefühl, mit den Leuten zu kommunizieren. Im Studio versucht man mit aller Energie, eine bestimmte Version eines Songs hinzukriegen. Auf der Bühne ist es persönlicher, das ist mir lieber.

Frage: Sie sind ein echter Londoner, aber ihre leiblichen Eltern kommen aus Ghana. Haben Sie einen Bezug zu dem Land?

Antwort: Ich war zweimal da, aber nur für ein paar Wochen. Ich will wieder hin, vielleicht mal etwas länger. Ich will die Kultur kennenlernen und die Sprache lernen. Ich denke, es ist wichtig für mich, das Land zu kennen, in dem meine Wurzeln liegen.

Zur Person: Kwabena Sarkodee Adjepong, bekannt unter seinem Bühnennamen Kwabs, ist ein britischer Soul- und R'n'B-Sänger. Er wurde 1990 in London geboren und wuchs dort auch auf. Seine Eltern stammen aus Ghana. Mit der Single «Walk» eroberte er die internationalen Charts. Im Mai erscheint sein Debütalbum «Love and War».