Ladies Day in Wimbledon: Lisicki schon in Runde drei

Sabine Lisicki scheint in Wimbledon wieder zur alten Stärke zu finden und kämpft bei ihrem Lieblingsturnier um den Einzug ins Achtelfinale.

Ladies Day in Wimbledon: Lisicki schon in Runde drei
Gerry Penny Ladies Day in Wimbledon: Lisicki schon in Runde drei

Die um ihre Form ringende Berliner Tennisspielerin zeigte eine deutlich verbesserte Leistung und setzte sich gegen die Australierin Samantha Stosur etwas überraschend mit 6:4, 6:2 durch.

Am anfangs regenfreien Donnerstag holte sich die Wimbledon-Finalistin von 2013 damit Vertrauen in ihr Können zurück und feierte erstmals seit fast vier Monaten zwei Siege nacheinander. Die berühmtesten Rasen-Tennisplätze der Welt und Lisicki - das scheint einfach zusammen zu passen.

Am deutschen Ladies Day in Wimbledon mit insgesamt sieben DTB-Damen kam dagegen das Zweitrunden-Aus für Mona Barthel. Annika Beck kämpfte sich nach Abwehr dreier Matchbälle mit 3:6, 6:0, 12:10 gegen die Britin Heather Watson durch. Die Bonnerin musste nach dem vielen Regen an den vorherigen Tagen noch ihre Erstrunden-Aufgabe beenden. Anna-Lena Friedsam zog dank des 6:4, 7:6 (7:1) gegen Ekaterina Alexandrowa aus Russland erstmals beim Grand-Slam-Turnier in London in die dritte Runde ein.

Dort ist Lisicki Dauergast. Seit Monaten steckt die 26-Jährige in einer Formkrise, nun ist sogar die French-Open-Halbfinalistin Stosur nicht stark genug für sie. «Ich mag diesen Ort, ich fühle mich hier wirklich wohl», sagte Lisicki gebetsmühlenartig immer wieder. Seit ihrem Erstrunden-Aus beim Debüt 2008 hat sie bei allen Wimbledon-Teilnahmen immer mindestens das Viertelfinale erreicht, nur im vergangenen Jahr war in der dritten Runde Schluss. Im Kampf um den Achtelfinal-Einzug steht sie nun der Kasachin Jaroslawa Schwedowa oder Jelina Switolina aus der Ukraine gegenüber.

Der früheren US-Open-Siegerin Stosur nahm Lisicki gleich im ersten Spiel den Aufschlag ab. Das reichte, um sich den ersten Satz zu sichern. Mit einem Ass erspielte sich die Wimbledon-Finalistin von 2013 den zweiten Satzball, bei dem sie von einem Return-Fehler profitierte.

Niederlage an Niederlage hatte Lisicki in den vergangenen Monaten aneinandergereiht. Nach ihrer Pleite in der ersten Runde von Paris verordnete sie sich eine intensive Trainingsphase. «Ich musste ganz von unten anfangen», hatte die 26-Jährige eingeräumt.

Vor den Augen von Barbara Rittner verwandelte Lisicki nach nur 70 Minuten mit einem Ass ihren ersten Matchball. Nur neun unerzwungene Fehler hatte sie sich am Ende geleistet, halb so viele wie Stosur.

Fed-Cup-Chefin Rittner verfolgte kurz zuvor noch ein spannendes Match von Beck. Nach zweitägiger Verzögerung musste die 22-Jährige am vierten Turniertag noch ihre Erstrunden-Aufgabe bewältigen. Im dritten Satz führte sie gegen Watson 4:1 und sah wie die sichere Siegerin aus, ehe sie noch einmal kräftig zittern musste.

Bei 9:10 hatte ihre Gegnerin drei Chancen, das Match für sich zu entscheiden. Doch Beck blieb cool und nutzte selbst nach ihren zweiten Matchball. Beim Stande von 1:0 im dritten Satz aus Sicht der Deutschen war das Match an Mittwoch abgebrochen worden.