Länder wollen Klarheit über Geld auf herrenlosen Konten

Die Bundesländer fordern Klarheit über Geld, das bei Banken und Sparkassen auf herrenlosen Konten schlummert. «Es kann nicht sein, dass Banken Geld bunkern, das ihnen nicht zusteht», sagte NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Länder wollen Klarheit über Geld auf herrenlosen Konten
Karl-Josef Hildenbrand Länder wollen Klarheit über Geld auf herrenlosen Konten

Das Geld stehe Sparern und ihren Erben zu - und wenn es keine Erben gebe, der Allgemeinheit. «Das Bundesfinanzministerium hat entgegen seiner Zusage offenbar bis heute nichts unternommen, um diesem Treiben ein Ende zu bereiten», kritisierte der Minister. Das sei banken- aber nicht bürgerfreundlich.

Walter-Borjans will ein zentrales Register einführen. Banken und Sparkassen sehen hingegen kein Problem. «Wenn eine Bank den Kontakt zu ihrem Kunden verliert, dann stellt sie Nachforschungen an, um ihn zu finden. Scheitern diese Versuche, wird das Vermögen in jedem Fall erhalten», sagte Thorsten Höche, Chefjustiziar des Bankenverbands.

Banken würden aber nie der Eigentümer von nachrichtenlosen Konten und dem Vermögen darauf. Bei dem Geld handelt es sich um Vermögen, auf das nach vielen Jahren niemand mehr Ansprüche anmeldet. Häufig sind die Besitzer der Konten verstorben.