Länder wollen Notunterkünfte für Flüchtlinge schließen

Die Bundesländer stellen sich auf den starken Rückgang des Flüchtlingszuzugs ein. So sollen die Notunterkünfte vielerorts in Deutschland bald endgültig geschlossen werden. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben.

Länder wollen Notunterkünfte für Flüchtlinge schließen
Bernd Von Jutrczenka Länder wollen Notunterkünfte für Flüchtlinge schließen

So will zum Beispiel Nordrhein-Westfalen alle 96 noch verbliebenen Einrichtungen bis 2017 dicht machen oder zu regulären Unterkünften umbauen. Niedersachsen plant, schon bis Ende 2016 ohne Notunterkünfte auszukommen. Auch reguläre Erstaufnahmeplätze werden abgebaut. Zugleich steigt aber der Bedarf an normalem Wohnraum für Flüchtlinge - was die Kommunen vor große Herausforderungen stellt.

Nach Schließung der Balkanroute ist die Zahl der neuen Asylsuchenden in Deutschland drastisch gesunken. Im ersten Halbjahr 2016 wurden nur noch 222 264 Neuankömmlinge registriert. Im gesamten Jahr 2015 waren es bundesweit 1,1 Millionen.

Viele Unterkünfte, die im vergangenen Jahr teils hektisch aus dem Boden gestampft wurden, stehen inzwischen leer. So sind etwa in Baden-Württemberg von den 34 000 Plätzen in den Erstaufnahmestellen aktuell nur noch 6400 belegt, in Rheinland-Pfalz von 9525 Plätzen gerade einmal 3566. Viele Länder wollen für den Fall eines erneuten Anstiegs der Flüchtlingszahlen Reserven vorhalten.