Landeschefs einig: Grindel soll DFB-Präsident werden

Die Landesverbände im DFB haben mit ihrem einstimmigen Votum für Schatzmeister Reinhard Grindel als Präsidentschaftskandidat ein klares Zeichen gesetzt.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Rotenburg/Wümme soll den zurückgetretenen Wolfgang Niersbach als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes beerben. «Ich unterstütze die Kandidatur von Reinhard Grindel persönlich», sagte der aktuelle DFB-Interimspräsident Rainer Koch nach einem Treffen der Landesverbandschef in Hannover. «Wir sind sehr sicher, dass er der richtige Mann ist, der die großen Herausforderungen des DFB lösen kann.»

Mit ihrem Kandidaten gehen die Landeschefs nun in die DFB-Präsidiumssitzung am Freitag in Frankfurt/Main. Der 54 Jahre alte Grindel hat damit beste Chancen, auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag, der laut Koch «baldmöglichst» stattfinden soll, auch gewählt zu werden. Die Landesverbände verfügen im DFB über eine Stimmenmehrheit.

Niersbach war wegen des Skandals um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland zurückgetreten. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt im Zuge der dubiosen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung des DFB an den Weltverband FIFA wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall.

Das frühe einstimmige Votum der Amateure im DFB dürfte zur Verstimmung bei den Profis führen. Schon in der vergangenen Woche hatten die erstaunlich offenen Worte von Niedersachsens Landeschef Karl Rothmund, der da bereits einen Verzicht Kochs auf das Präsidentenamt angekündigt und Grindel als Favoriten verkündet hatte, viele verwundert. Auch vor dem Treffen der 21 Landesverbandschefs hatte Kochs Partner an der aktuellen DFB-Interimsdoppelspitze, Reinhard Rauball, die Landesfürsten zur Zurückhaltung ermahnt.

«Es ist das Recht der Landes- und Regionalverbände, Vorschläge zu machen. Die weitere Marschroute, was die Strategie, die Inhalte, die Termine und auch die Personen betrifft, sollte aber erst in der Präsidiumssitzung des DFB am kommenden Freitag besprochen, beschlossen und dann veröffentlicht werden», sagte Rauball der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Koch entgegnete: «Wir machen keinen Alleingang. Wichtig ist, dass wir in dieser Minute nur einen Vorschlag machen.» Der Chef des bayrischen Landesverbandes fügte hinzu: «Grindel sollte gleichermaßen für Profis und Amateure wählbar sein.»