Langer bangt in Augusta um den Cut - Kaymers Frust

Für Routinier Bernhard Langer ist der 32. Masters-Auftritt im Augusta National Golf Club zur Zitterpartie geworden.

Langer bangt in Augusta um den Cut - Kaymers Frust
Tannen Maury Langer bangt in Augusta um den Cut - Kaymers Frust

Nach seiner 74er Runde musste der 57-Jährige aus Anhausen bis zum Ende des zweiten Tages bangen, ob sein Gesamtergebnis von 147 Schlägen zur Qualifikation für die beiden Schlussrunden beim ersten Major-Turnier des Jahres reicht.

Der zweimalige Masterssieger war bei der mit neun Millionen Dollar dotierten Traditions-Veranstaltung an der Magnolia Lane als einer der ersten Spieler auf die zweite Runde gegangen. Einige Profis hatten noch nicht abgeschlagen, als Langer bereits wieder ins Clubhaus zurückkehrte. Vier Schlagverluste musste der Schwabe auf seiner Scorekarte notieren. Auf den schwierigsten Spielbahnen des anspruchsvollen Par-72-Kurses zeigte der Routinier aber noch einmal seine ganze Klasse: Die Löcher 11, 12 und 13 - den sogenannten Amen Corner - beendete Langer mit Birdie, Birdie, Par.

Deutschlands bester Golfer Martin Kaymer war schon nach dem ersten Tag des 79. Masters völlig verzweifelt. Der sonst eher verschlossene Profi aus Mettmann gewährte nach dem Fehlstart ungewohnte Einblicke: «Es ist frustrierend, wie ich spiele. Im Frühjahr trainiere ich so viel, und meist verlasse ich Augusta enttäuscht.» Der US-Open-Sieger hatte am Donnerstag zum Auftakt des ersten Major-Turniers des Jahres nur eine schwache 76er Runde gespielt. Nur ein Birdie war angesichts von drei Bogeys und einem Doppel-Bogey (zwei Schläge über Platzstandard) viel zu wenig.

«Ich glaube, es ist auch meine Erwartungshaltung. Ich weiß nicht, ob man noch mehr trainieren kann», räumte der Rheinländer ein. Schon Anfang der Woche gab er zu, müde zu sein. Zweimal war Kaymer bei Vorbereitungsturnieren ausgeschieden - das hatte auch mit seinem Trainingsprozess zu tun. Das exzessive Üben besonders des kurzen Spiels mit dem eingeflogenen Coach Günter Kessler an seinem US-Wohnsitz in Scottsdale hinterließ mehr Spuren, als dass es den ehemaligen Weltranglistenersten voranbrachte.

Zumindest nicht für Augusta. Schon andere große Spieler sind auf diesem besonderen Platz über 6800 Meter mit seinen Linkskurven und polierten Grüns gescheitert. «Das ist ein Riesenkampf über viereinhalb bis fünf Stunden. Es macht auch Spaß, aber ich komme nicht voran. Ich leide richtig», erklärte der 30-Jährige die Tortur bei 32 Grad gegen die Unbilden des trickreichen Kurses.

Unter 70 Schlägen blieb er bei seinen zuvor sieben Starts an der Magnolia Lane im US-Bundesstaat Georgia noch nie. «Ich bin ein gefühlvoller Spieler, aber hier finde ich das Gefühl nicht.» Das Putten auf den großen, ondulierten und trockenen Grünflächen sei extrem schwer. Bezeichnend war das Doppel-Bogey am 18. Loch, das er sonst als seine Lieblingsbahn bezeichnet.

«Ich gebe halt mein Bestes. Wenn das mein Bestes ist, ist das halt so», sagte Kaymer. Das Umstellen seiner natürlichen Schwungbewegung von einer leichten Rechts- zu einer Linkskurve sei genau das Gegenteil seines normalen Schwungs. Fast trotzig versprach die Nummer 14 der Welt: «Ich werde nicht aufgeben.»