Lanxess tritt auf Kostenbremse: Umfassender Stellenabbau

Der ins Schlingern geratene Spezialchemiekonzern Lanxess will die Kosten kräftig senken. Bis Ende 2016 sollen weltweit rund 1000 Stellen abgebaut werden. Das Sparvolumen liege bei 150 Millionen Euro pro Jahr ab Ende 2016, teilte der Konzern am Donnerstag in Köln mit.

Etwa die Hälfte der betroffenen Stellen in Verwaltung und Service liege in Deutschland. Dabei seien auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Die Belastungen durch das neue Sparprogramm bezifferte der Dax-Konzern für 2014 auf rund 100 Millionen Euro und bis Ende 2016 auf insgesamt 150 Millionen Euro.

An den Zielen für das laufende Jahr halte der Konzern mit weltweit rund 16 700 Mitarbeitern fest. Der Stellenabbau sei notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, sagte Konzernchef Matthias Zachert. Durch die starke Ausrichtung auf das Kautschuk-Geschäft und die Abhängigkeit von der Reifen- und Autoindustrie war Lanxess 2013 tief in die roten Zahlen gerutscht.

Im dritten Quartal 2014 stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 11 auf 35 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatten Autokrise und Umbaukosten den Gewinn aber stark gedrückt. Der Umsatz sank auch wegen des anhaltenden Preisdrucks im Kautschukgeschäft um 0,5 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro.

Die Kölner sind als größter Kautschukhersteller der Welt insbesondere von der Nachfrage in der Reifen- und Autoindustrie abhängig. Im Herbst 2013 hatte der Konzern bereits ein erstes Sparprogramm aufgelegt und weltweit rund 1000 Stellen abgebaut.