Lawrow und Kerry beraten über Krisen in Syrien und Nahost

US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow sind in Wien zusammengekommen, um über Auswege aus der Syrienkrise zu beraten.

Neben einem bilateralen Treffen im Luxushotel Imperial waren auch Gespräche mit den Außenministern aus der Türkei und Saudi-Arabien geplant.

Der seit viereinhalb Jahren anhaltende Bürgerkrieg in Syrien, der nach UN-Angaben bislang rund 4,2 Millionen Menschen ins Ausland getrieben hat, gilt als Hauptauslöser für die derzeitige Flüchtlingskrise in Europa. Syrische Flüchtlinge bilden auch die mit Abstand größte Gruppe, die derzeit in Deutschland Asyl sucht. Ein Ausweg aus dem Syrienkonflikt ist bislang nicht in Sicht, auch weil zwei einflussreiche Großmächte unterschiedliche Ziele verfolgen: Russland stützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, die USA wollen ihn aus dem Amt drängen.

Die ohnehin schon schlimme Situation in Syrien werde durch eine von Russland unterstützte Bodenoffensive des syrischen Regimes weiter verschärft, kritisierte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, am Freitag vor dem Wiener Treffen. Allein in den vergangenen Tagen seien 85 000 Syrer vertrieben worden, schrieb sie im Kurznachrichtendienst Twitter.

Nach den Syrien-Gesprächen war in Wien auch ein Treffen des sogenannten Nahost-Quartetts aus UN, EU, USA und Russland geplant. Dazu wurde für den Nachmittag die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erwartet. Die Vereinten Nationen sollten dem Vernehmen nach vom UN-Nahostbeauftragten Nikolai Mladenow vertreten werden.