Martin droht Tour-Aus nach Sturz vor Ziel: «Schmerzen»

Tony Martin droht das Aus bei der Tour de France. Der deutsche Radprofi stürzte am Donnerstag kurz vor dem Ziel der sechsten Etappe. Er verteidigte zwar das Gelbe Trikot, ob er aber die Tour fortsetzen kann, ist äußerst fraglich.

Martin droht Tour-Aus nach Sturz vor Ziel: «Schmerzen»
Sebastien Nogier Martin droht Tour-Aus nach Sturz vor Ziel: «Schmerzen»

«Ich hab doch ganz schöne Schmerzen», sagte Martin. «Der erste Verdacht, als ich auf dem Boden gelegen habe, war Schlüsselbeinbruch.» Auch Teamchef Patrick Lefevere äußerte genau diese Befürchtung, die das Ende für den 30 Jahre alten Martin bei der Frankreich-Rundfahrt bedeuten würde. «Ich hoffe, dass es mehr Schmerzen sind als schwerwiegende Verletzungen», betonte Martin daher.

Martin soll noch zur Röntgenuntersuchung gebracht werden. Bei der Siegerehrung hatte der deutsche Tour-Spitzenreiter den linken Arm angewinkelt hängen lassen und sich ein gequältes Lächeln abgerungen. Enttäuschung und Schmerzen waren ihm aber genauso ins Gesicht geschrieben.

Den Sieg auf der sechsten Etappe der 102. Frankreich-Rundfahrt am Donnerstag nach 191,5 Kilometern von Abbeville nach Le Havre sicherte sich Martins tschechischer Teamkollege Zdenek Stybar vor dem Slowaken Peter Sagan. John Degenkolb kam auf den undankbaren vierten Platz.

Martin blieb zunächst auf dem Asphalt sitzen. Er wurde anschließend von zwei Teamkollegen ins Ziel eskortiert. «Ich hoffe, er ist okay», sagte Mark Cavendish, der ebenfalls für Etixx Quick Step fährt. «Wenn man da auf den Asphalt knallt, ist das alles andere als angenehmem.» Martin hatte das Gelbe Trikot am Dienstag gesichert. In den Sturz in Le Havre wurde auch Vorjahressieger Vincenzo Nibali und Mitfavorit Niaro Quintana verwickelt.

Da der Sturz kurz vor der Zielankunft passierte, wurde Martins Rückstand nicht gewertet. Der Rostocker Andre Greipel verteidigte das Grüne Trikot des Punktbesten vor Sagan.