Le Pen und Wilders beraten über Rechtsbündnis in Europa

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders und die Vorsitzende der extrem-rechten französischen Partei Front National, Marine Le Pen, haben Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit aufgenommen.

Le Pen und Wilders beraten über Rechtsbündnis in Europa
Valerie Kuypers Le Pen und Wilders beraten über Rechtsbündnis in Europa

Wilders begrüßte Le Pen im niederländischen Parlament am Mittwoch als «gute Freundin». Die beiden prominentesten Führer europafeindlicher rechter Parteien streben ein strategisches Bündnis zur Europawahl im kommenden Frühjahr an.

Der Vorsitzende der Partei für die Freiheit (PVV) sprach von einem «historischen Treffen». «Dies kann zu einem Erdrutsch in der europäischen Politik führen», sagte er. Der Niederländer will auch mit anderen Parteien zusammenarbeiten, die kritisch gegenüber Europa stehen und Zuwanderung ablehnen. Wilders und Le Pen wollen am Nachmittag gemeinsam eine Pressekonferenz geben.

Die deutschen Euro-Gegner der Alternative für Deutschland (AfD) lehnen eine Zusammenarbeit ab. «Beide Parteien kommen weder jetzt noch in Zukunft für uns infrage», sagte Parteichef Bernd Lucke bereits am Dienstag dem Sender n-tv.de. «Mit Rechtsextremisten haben wir nichts zu tun.» Die AfD war bei der Bundestagswahl nur knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und hofft auf den Einzug in das Europaparlament. Bei der Wahl im Mai 2014 gilt nur eine Drei-Prozent-Schwelle.

Der Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament, Alexander Graf Lambsdorff, nannte das Treffen in einer schriftlichen Stellungnahme «ein großes Illusionstheater». Beide Parteien seien «wegen ihres fanatischen Nationalismus» nicht in der Lage, eine dauerhafte Zusammenarbeit zu organisieren.

Zur Zeit hat die PVV vier Sitze im europäischen Parlament. Die Front National ist mit drei Abgeordneten vertreten, darunter auch von Parteigründer Jean-Marie Le Pen. Der Vater der heutigen Chefin war mehrfach wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen verurteilt worden.