Le Pens Rechtsextreme bei Regionalwahlen klar vorn

Drei Wochen nach den Terroranschlägen in Frankreich hat die rechtsextreme Front National (FN) bei den Regionalwahlen einen klaren Sieg eingefahren.

Le Pens Rechtsextreme bei Regionalwahlen klar vorn
Julien Warnand Le Pens Rechtsextreme bei Regionalwahlen klar vorn

Die Partei von Marine Le Pen erreichte am Sonntag zwischen 29,5 und 30,8 Prozent, wie erste Hochrechnungen französischer Fernsehsender zeigten. In sechs Regionen liegen die Kandidaten der Rechtsextremen vorn.

Auf dem zweiten Platz landete demnach das von den Republikanern von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy angeführte bürgerliche Parteienbündnis mit gut 27 Prozent. Die regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande kommen zusammen mit einer linken Partei landesweit auf rund 23 Prozent.

Sie können im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag mit Unterstützung von Grünen und radikaler Linken rechnen, die zusammen bei gut 10 Prozent landeten.

Von den rund 44,6 Millionen Wähler beteiligten sich bis zum Nachmittag deutlich mehr als vor fünf Jahren. Die Regionalwahlen sind die letzte landesweite Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017.

Gewählt wurde unter starkem Schutz von Polizei und Militär. Vor allem im Großraum Paris wurden viele öffentliche Bereiche von Uniformierten gesichert. Bis zum Nachmittag hatten nach Angaben des Innenministeriums 43,01 Prozent der Wähler abgestimmt. Das waren bis 17.00 Uhr fast vier Punkte mehr als 2010 (39,29 Prozent).

Präsident Hollande gab am Morgen in seinem Wahlkreis im zentralfranzösischen Tulle den Stimmzettel ab, Le Pen ging in Hénin-Beaumont in Nordfrankreich wählen. Nach den Terroranschlägen von Paris und Saint-Denis vor drei Wochen waren die Umfragewerte für den Staatschef deutlich gestiegen. Zuvor steckte Hollande wegen Rekordarbeitslosigkeit, schlechten Wirtschaftszahlen und zu langsamen Reformen im Umfragetief.

Die FN setzte auf einen Wahlkampf gegen Europa und Ausländer, forderte die Schließung der Grenzen und mehr innere Sicherheit. Le Pen liegt in Nord-Pas-de-Calais-Picardie klar vorn, ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen führt deutlich in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur im Südosten des Landes.

Nach einer Reform ist das französische Kernland in 13 statt 22 Regionen aufgeteilt. Sie entsprechen in etwa den Bundesländern in Deutschland, haben aber im zentralistischen Frankreich deutlich weniger politische Bedeutung und vor allem Verwaltungsaufgaben.

Die Wahllokale waren in der Regel bis 18.00 Uhr geöffnet. Im Raum Paris konnte bis 20.00 Uhr gewählt werden. Gewählt wurde auch in vier der fünf Überseeregionen.