Leben in Deutschland günstiger als in Nachbarländern

Verbraucher in Deutschland bekommen für ihren Euro mehr als die Menschen in den meisten Nachbarländern. Lediglich bei den Nachbarn Polen und Tschechien sind die Lebenshaltungskosten niedriger.

Leben in Deutschland günstiger als in Nachbarländern
Federico Gambarini

Das berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Insgesamt lag das Preisniveau in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent über dem Durchschnitt der 27 Länder der Europäischen Union. Vor allem die Länder in Osteuropa und die Krisenstaaten im Süden wie Portugal und Griechenland ziehen das durchschnittliche Preisniveau nach unten.

Hingegen müssen die Menschen in den direkten Anrainerstaaten im Westen, Norden und Süden für den Kauf eines repräsentativen Warenkorbs deutlich mehr bezahlen als hierzulande. Besonders in der Schweiz müssen Verbraucher tief in die Taschen greifen: Die Lebenshaltungskosten liegen bei den Eidgenossen um satte 58 Prozent über dem EU-Schnitt. Aber auch Österreich, Frankreich, Luxemburg oder Belgien sind für Verbraucher teurer als Deutschland.

In der EU ist das Preisniveau in Dänemark am höchsten: Dort liegen die Lebenshaltungskosten um fast 42 Prozent über dem Durchschnitt. Auch die anderen skandinavischen Länder sind relativ teuer: In Schweden liegen die Preise gut 28 Prozent höher als im EU-Schnitt, in Finnland 24 Prozent.

Das billigste EU-Land ist Bulgarien: Hier müssen die Verbraucher nicht einmal halb so viel bezahlen wie im EU-Schnitt. In Polen liegt das Preisniveau bei 58 Prozent, in Ungarn bei knapp 62 Prozent, in Tschechien bei 74,5 Prozent.

Deutlich näher am EU-Durchschnitt liegen die Preise in den Krisenländern Südeuropas: In Portugal ist der repräsentative Warenkorb 13 Prozent günstiger, in Griechenland sieben Prozent und in Spanien 4,5 Prozent. In Italien ist das Leben nach den Zahlen der Statistiker hingegen teurer als in Deutschland und der EU. Das Preisniveau liegt 4,5 Prozent des EU-Durchschnitts.