Lebenslange Haft im Prozess um Völkermord in Ruanda

Wegen Beteiligung am Völkermord in Ruanda ist ein früherer Bürgermeister aus dem zentralafrikanischen Land in Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das Oberlandesgericht ging in dem Urteil am Dienstag zudem von einer besonderen Schwere der Schuld aus, was eine vorzeitige Haftentlassung ausschließt. Der Staatsschutzsenat stellte im zweiten Prozess gegen den 58-Jährigen fest, dass er als Mittäter für das Kirchenmassaker von Kiziguro verantwortlich sei, bei dem im April 1994 mindestens 400 Angehörige der Tutsi-Volksgruppe getötet wurden.

«Es war ein unvorstellbares Blutbad, bei dem der Angeklagte knöcheltief im Blut stehend seine Befehle gab», sagte der Vorsitzende Richter. In einem ersten Prozess war der Bürgermeister im Februar vergangenen Jahres noch wegen Beihilfe zu lediglich 14 Jahren Haft verurteilt worden.