Legida zieht weit weniger Sympathisanten an als geplant

Das islamkritische Bündnis Legida hat in Leipzig weit weniger Sympathisanten mobilisiert als angekündigt. Kurz vor Beginn der Kundgebung um 19.00 Uhr schätzte ein Sprecher der Stadt die Teilnehmerzahl vorsichtig auf 900. Angemeldet waren 15 000 bis 20 000 Teilnehmer.

Legida zieht weit weniger Sympathisanten an als geplant
Hendrik Schmidt Legida zieht weit weniger Sympathisanten an als geplant

Auch der Gegenprotest fiel diesmal kleiner aus als bei den beiden vorherigen Legida-Aufmärschen. Die Stadt sprach von 2000 Teilnehmern bei der größten angemeldeten Gegenveranstaltung «Leipzig Courage zeigen.»

Die Lage sei angespannt, aber man habe die Situation im Griff, sagte eine Polizeisprecherin. Rund 2000 Polizisten waren im Einsatz, um die Veranstaltungen abzusichern und Auseinandersetzungen zu unterbinden. Es gab Blockaden am Zugang zur Legida-Kundgebung vor der Oper. Die Polizei räumte diese und stellte die Personalien der Beteiligten fest. Ob es auch Festnahmen gab, war zunächst unklar. Zudem kam es in der Stadt zu einzelnen Rangeleien mit der Polizei. Es seien Farbbeutel auf Einsatzkräfte geworfen worden - aus welchem Lager, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen.

Wie schon in der Vorwoche verübten Unbekannte wieder Brandanschläge auf die Deutsche Bahn. In Naunhof gab es am Nachmittag an der Strecke Leipzig-Meißen ein Feuer, gegen 17.30 Uhr brannte es zudem in der Nähe des S-Bahn-Haltepunktes Markkleeberg Nord. Der Zugverkehr war massiv gestört. Die Bahn versuchte, Reisende mit einem Schienenersatzverkehr zum Ziel zu bringen.

Legida, der als radikal geltende Ableger des Dresdner Pegida-Vereins, marschierte in Leipzig zum dritten Mal auf. In der Vorwoche waren laut Polizei 15 000 Menschen gekommen. Diese Zahl wurde von Wissenschaftlern allerdings als viel zu hoch bewertet. Soziologen der Universität Leipzig kamen auf maximal 5000 Teilnehmer. Die Polizei hatte angekündigt, dieses Mal keine eigenen Zählergebnisse zu veröffentlichen.

Bei Pegida in Dresden hatte sich in dieser Woche die halbe Führungsriege zurückgezogen. Ehemalige Mitglieder des Organisationsteams um die bisherige Sprecherin Kathrin Oertel möchten ein neues Bündnis unter anderem Namen gründen.