Legionellen in Warsteiner Brauerei

Nach dem Fund von Legionellen in der Warsteiner Brauerei gehen die Untersuchungen weiter. Unklar ist bisher, wie die Bakterien in das Abwasser der Großbrauerei gekommen sind.

Legionellen in Warsteiner Brauerei
TU Dresden Legionellen in Warsteiner Brauerei

Geprüft wird auch, ob die Legionellen-Welle, die der sauerländischen Stadt Warstein seit Wochen zu schaffen macht, ihren eigentlichen Ausgang in der Brauerei genommen hatte. Das Bier ist jedoch nicht betroffen, wie das nordrhein-westfälische Umweltministerium in Düsseldorf sowie die Brauerei betonten.

«Die Warsteiner Brauerei ist für uns derzeit nicht die ursächliche Quelle», sagte am Donnerstag der Sprecher des Landesumweltministeriums, Frank Seidlitz. Es werde während der Produktion auf fast 100 Grad erhitzt. Die Bakterien sterben bei über 60 Grad ab. Das Ministerium erwarte, dass die erteilten Auflagen in den kommenden Tagen umgesetzt werden, sagte Seidlitz. Dazu gehören etwa eine Desinfektion mit UV-Bestrahlung sowie die Abdeckung der Klärbecken.

«Unsere Produkte sind sicher», hatte eine Brauereisprecherin betont, nachdem der Legionellen-Befall am Mittwochabend bekanntgeworden war. Der Fund an einem Abwasserbecken der Brauerei ist ein Dämpfer für die Warsteiner, denn zuvor standen die Zeichen auf Entwarnung.

Neuerkrankungen gab es laut dem Kreis Soest in den vergangenen Tagen nicht mehr. Seit Anfang August waren in Warstein 165 Menschen mit einer Legionellen-Infektion behandelt worden. Zwei Männer starben. Nach bisherigen Erkenntnissen waren die Legionellen vermutlich über den Fluss Wester in die Kühlanlage einer Firma gelangt und von dort in die Umgebungsluft.

Der Krisenstab des Kreises wollte am Donnerstagnachmittag beraten, ob die Warnung vor Besuchen in der Stadt zurückgezogen werden kann. «Wenn es keine neuen Fälle gibt und die Ergebnisse der noch ausstehenden Proben bekannt sind, sieht es gut aus, dass heute oder morgen die Reisewarnung aufgehoben wird», sagte Bürgermeister Manfred Gödde der Nachrichtenagentur dpa.