Leif-Erik Holm: Vom Radiomoderator zum Newcomer im Landtag

Leif-Erik Holm kommt als Gewinnertyp rüber: charmantes Auftreten, geschulte Radiomoderatorenstimme, Dreitagebart. Demnächst wird er wohl auch noch ein wichtiger Mann im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern sein. Holm ist Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl.

Leif-Erik Holm: Vom Radiomoderator zum Newcomer im Landtag
Jens Büttner Leif-Erik Holm: Vom Radiomoderator zum Newcomer im Landtag

Die Partei könnte jüngsten Umfragen zufolge mit deutlich über 20 Prozent aus dem Stand als zweitstärkste Kraft nach der SPD ins Parlament einziehen.

Holm, Vater eines dreijährigen Sohnes, lebt mit seiner Familie im Dorf Klein Trebbow bei Schwerin und in Berlin. Vielen Mecklenburgern und Vorpommern ist er noch als Moderator des Radiosenders Antenne MV im Ohr. Es habe ihn nicht in die Politik gezogen, sagt der 46-Jährige. 2013 trat er dann doch in die AfD ein, gründete den Landesverband mit. Ein Grund sei die aus seiner Sicht verfehlte Euro-Rettungspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewesen. Heute ist er einer von zwei Landessprechern.

Holm wird dem gemäßigten Flügel zugerechnet und präsentiert die AfD gern als Partei, die Politik für Familien macht. Geschickt greift er auf die Wendezeit zurück. «1989 hat gezeigt, dass wir gemeinsam etwas bewegen können», erklärt Holm auf der Internetseite der AfD Mecklenburg-Vorpommern. Doch immer wieder schlägt der studierte Ökonom auch nationalistische Töne an, warnt vor kriminellen Ausländern und fordert geschlossene Grenzen zur Abwehr von Flüchtlingen. Bis vor kurzem war er Mitarbeiter der als Hardlinerin geltenden AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch.

Zuletzt kündigte Holm an, im Landtag unter Umständen Anträgen der rechtsextremen NPD zustimmen zu wollen - sollte die NPD überhaupt ins Parlament einziehen. In den letzten Umfragen lagen die Rechtsextremen nur bei zwei bis drei Prozent. «Wenn ein Antrag gut im Sinne der Bürger ist, werden wir ihn unterstützen», bekräftigte Holm, nachdem ihn die anderen demokratischen Parteien für seine Äußerung heftig kritisierten. Seit die NPD 2006 in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern einzog, wird jeder Antrag der Partei kollektiv abgelehnt.