Leipzig siegt im Markenrechtsstreit um «Wir sind das Volk»

Die Stadt Leipzig hat sich im Streit um die Markenrechte am Revolutionsspruch von 1989 «Wir sind das Volk» durchgesetzt. Zwei Männer aus Norderstedt (Schleswig-Holstein) hatten den Spruch mit den Initialen WSDV als Zusatz beim Deutschen Patent- und Markenamt markenrechtlich schützen lassen.

Leipzig siegt im Markenrechtsstreit um «Wir sind das Volk»
Frank Kleefeldt Leipzig siegt im Markenrechtsstreit um «Wir sind das Volk»

Nach Angaben der Stadt Leipzig hat das Markenamt dem Einspruch der Kommune stattgegeben und wegen fehlender Unterscheidungskraft die Löschung der Wortmarke «Wir sind das Volk WSDV» verfügt. Nach Angaben des Patentamtes ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig. Es besteht eine einmonatige Beschwerdefrist.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) betonte, er sei froh, dass in diesem Streit jetzt Klarheit herrsche. «Jetzt steht fest, dass dieser so entscheidende Satz denen gehört, die ihn in die Welt getragen haben: dem Volk», sagte er.

Unter der Revolutionslosung «Wir sind das Volk» waren im Herbst 1989 die Montagsdemonstranten gegen die SED-Diktatur auf die Straße gegangen. Diese Demonstrationen mit bis zu 70 000 Menschen allein in Leipzig sowie die friedlichen Proteste in anderen Städten waren der Anfang vom Ende der SED und der DDR.